Börsenparkett

Hauch von Entspannung

Die Welt steckt laut Internationalem Währungsfonds (IWF) in der größten Krise seit der großen Depression. Trotzdem zeigen die Aktienkurse nach dem Crash im März wieder nach oben: Um rund 10 Prozent hat der Deutsche Aktienindex Dax in der Woche vor Ostern zugelegt. Seit den Tiefständen Mitte des vergangenen Monats zeigt sich sogar ein Plus von etwa 28 Prozent. Das freilich darf nicht den Blick darauf verstellen, dass der Dax immer noch ein Viertel unter dem Rekordhoch vom Januar diesen Jahres liegt. Die extremen Schwankungen zum Teil auch innerhalb eines Handelstages zeigen: Die Verunsicherung von Börsianer und Aktienanlegern ist groß.

„Ein Hauch von Entspannung macht sich breit“, umschreibt Christian Apelt von der Landesbank Hessen-Thüringen die Entwicklung. Corona-Zahlen sind in diesen Tagen Maßstab auch für die Börse. Selten zuvor hat sie auf eine Nicht-Finanz-Kennziffer so geachtet wie in dieser beispiellosen Krise.

Ulrich Kater, Chef-Volkswirt der DekaBank aber warnt. Die Reaktion an der Börse „mag etwas zu euphorisch sein, denn die Zweit- und Drittrundeneffekte auf die Unternehmen, auf die Konsumbereitschaft sowie auf finanzielle und politische Folgewirkungen der harten wirtschaftlichen Einschnitte stehen noch aus.“ Allerdings bleiben die Zinsen noch lange niedrig, womit Sparanlagen weiter wenig attraktiv sind.

„Die Panik ist erst einmal überwunden“, glaubt Robert Halver von der Baader Bank. Das spreche gegen ein erneutes Abtauchen der Aktienmärkte auf neue Tiefs. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 14.04.2020 07:45
264 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy