Kommentar Rolf Obertreis zur staatlichen Hilfe für Condor

Leicht wird es nicht

Im Januar wurde groß gefeiert: Der Ferienflieger Condor und knapp 5000 Jobs waren gerettet. Nun tritt Lot, die ihren Flugbetrieb komplett eingestellt hat, vom Kauf zurück. Bundes- und hessische Landesregierung ringen um eine Lösung. Einfach wird es nicht: Condor ist derzeit vor allem damit beschäftigt, Deutsche aus dem Ausland nach Hause zu fliegen und dringend benötigte Erntehelfer aus Osteuropa nach Deutschland zu bringen. Der reguläre Flugplan ist massiv gekappt, viele Jets stehen am Boden. Langstrecken-Maschinen fliegen Fracht, vor allem medizinische Güter. Die Buchungslage ist lau, die Beschäftigen sind in Kurzarbeit. Zudem kommen aus der Politik jetzt Empfehlungen, erst einmal keinen Sommerurlaub zu buchen.

Condor ist ein eigentlich profitables Unternehmen, das jedes Jahr rund 9 Millionen Urlauber mit mehr als 50 Jets zu rund 90 Zielen in aller Welt fliegt. Aber wer sollte unter diesen Umständen den Ferienflieger kaufen oder bei ihm einsteigen?

Der Flugverkehr wird sich auch nach Eindämmung der Pandemie nur sehr langsam erholen. Jahre werde es dauern, bis das alte Niveau wieder erreicht werde, sagt Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Der Staat wird Condor – wie auch immer – helfen müssen. Zumindest bis zum Herbst, eher bis 2021. Dann werden Urlaubsreisen hoffentlich wieder zu einem Thema.
© Südwest Presse 15.04.2020 07:45
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