Lesermeinung

Zu den Themen Corona-Krise und Umweltschutz:

Die Corona-Pandemie zwingt zu strengen Auflagen im Verhalten der Menschen, hat jedoch auch gute Seiten. Der Himmel ist so blau wie nie. Kein Wölkchen, kein Kondensstreifen, kein blinkender Flieger zu sehen.

Hausarrest ist wegen Ansteckungsgefahr angesagt, Aufenthalt im Freien mit Abstand erlaubt. Radfahrer sausen (manchmal etwas zu nahe) an den Fußgängern und Familien mit Kinderwagen und Hunden durch den Wald. Jogger keuchen vorbei. Vieles hat sich verändert. Warum? Der Flug- und Autoverkehr ist stark reduziert, Kreuzfahrtschiffe liegen still. In Zeitungen wird berichtet, dass in China die Atemluft wunderbar sei, in Venedig statt Kreuzfahrtschiffe nun Fische im Hafen schwimmen würden, Autounfälle sich nahezu halbiert hätten.

Könnte man nicht auch ohne Corona sein Verhalten ändern, den Umweltschutz ernst nehmen und nur einmal im Jahr motorisiert in Urlaub fahren?

© Gmünder Tagespost 15.04.2020 20:22
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Kommentare

derleguan

sehr richtig, volle Unterstützung!

Wir brauchen jetzt aber auch den Kohleausstieg - vor 2030. Und der Atomausstieg sollte möglichst schnell vollendet sein. Sind unsere Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft und auch Biogasanlagen einmal abgeschrieben, werden sie beispiellos günstig Strom produzieren und sämtliche fossilen Kraftwerke mit den Energieträgern Öl, Kohle, Uran, die immer wieder neu gefördert werden müssen in den Schatten stellen. Die fossilen Energieträger sind die, die immer wieder Gelder auffressen und den Strom teurer machen als er eigentlich sein könnte. An die Minister: Befolgen Sie Ihren Amtseid zum Schutz der Menschen – Klima nicht vergessen, auch das muss man schützen!

In my humble opinion

derleguan schrieb am 16.04.2020 um 12:05

 ...Kohleausstieg - vor 2030. Und der Atomausstieg sollte möglichst schnell vollendet sein. Sind unsere Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft und auch Biogasanlagen einmal abgeschrieben, werden sie beispiellos günstig Strom produzieren ...

Kennen Sie den Unterschied zwischen 'Theorie' und 'Praxis', zwischen 'qualitativ' und 'quantitativ', zwischen 'kennen' und 'können'?

Ich spreche auch immer davon, dass wir keine fossilen Brennstoffe verfeuern sollten, sondern unseren Energiebedarf komplett aus dem decken, was seit 5 Milliarden Jahren und für die kommenden 5 Milliarden Jahre 'vom Himmel' kommt.

Soweit die Theorie.

In der Praxis benötigen wir 3 - 5 Mal so viele Windräder, Solarflächen und Biogasanlagen, als wir bis jetzt stehen haben, dazu Energiespeicher ( wie auch immer ) von bisher nicht bekannten Ausmaßen, um unseren Energiebedarf 24-7 und 365 Tage im Jahr decken zu können.

Haben Sie einen Vorschlag, wie wir in unserer 'NIMBY'-Gesellschaft ( auf deutsch: "Heiliger Sankt Florian, verschon' mein Haus, zünd' andre an." ) so viel 'Praxis' herstellen könnten?

Lasttime

derleguan schrieb am 16.04.2020 um 12:05

sehr richtig, volle Unterstützung!

Wir brauchen jetzt aber auch den Kohleausstieg - vor 2030. Und der Atomausstieg sollte möglichst schnell vollendet sein. Sind 

Hallo Leguan,

Es ging im Leserbrief von Frau Späh um mehr Bewusstheit durch Conora. Weniger Autofahren, Kreuzfahrtreisen,, weniger Events hin und her und und so wie ich es verstanden habe, daß wir durch diese Krise unnötige Aktivitäten hinterfragen. Jeder kann dazu seinen Teil beitragen. Das könnte das Leben nach Conora sein. Ihre politische Überleitung pro Kohle- und Atomausstieg, pro neue Windkraftanlagen planen und verwirklichen ist Ihr politischer Übergang zu weiteren umweltzerstörenden Aktionen mit Baggern und neuen Baustellen. Das ist nicht die Lösung. Sondern mit dem - was wir jetzt haben - etwas anzufangen.  

derleguan

"Könnte man nicht auch ohne Corona sein Verhalten ändern, den Umweltschutz ernst nehmen und nur einmal im Jahr motorisiert in Urlaub fahren?"

- dann bitte nicht lediglich auf freiwilliger Basis, sondern verordnet so wie jetzt - einen Monat im Jahr Shutdown für alle klimaschädlichen Aktivitäten.

- oder wir sprechen einmal darüber, welche Jobs wir  in diesem kapitalistischen System noch brauchen und welche nicht für ein gutes Leben in Freiheit. Ich wäre für die Streichung der Jobs bei der Lufthansa, in der Rüstungsindustrie, in Kohlekraftwerken und größte Teile der Tourismusbranche. Ein großteil der Autoindustrie - SUV - kann man auch eindampfen. Die Liste darf erweitert werden. Nicht alles was Geld bringt ist auch gut für die Menschen.

- die tragenden Säulen unserer Wirtschaft sollten dann in der Tat, Windräder, Solaranlagen, Holzpelletsanlagen, digitalunternehmen zum Thema Vernetzung der öffentlichen Verkehrsmittel, Carsharing, Fahrradindustrie, Regenwasseranlagen für Gebäude, regional biologisch einkaufen ohne Plastik... werden. Auch diese Liste darf gerne erweitert werden.

Lasttime

derleguan schrieb am 17.04.2020 um 14:24

"Könnte man nicht auch ohne Corona sein Verhalten ändern, den Umweltschutz ernst nehmen und nur einmal im Jahr motorisiert in Urlaub fahren?"

Hallo Leguan,

die Realität: Wir haben Corona, in der LEA Ellwangen sind 250 Menchen (die Hälfte) infiziert. Wir haben Corona. Es geht jetzt nicht darum aus Umweltschutzgründen aufs Autofahren zu verzichten: Es geht darum nicht zuviel unterwegs zu sein, nicht zuviel Kontakt zu haben und im Sinne dieser lebensbedrohlichen Krise für uns alle die Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen, die für uns alle schwer sind und uns auf die Nähe des noch erreichbaren Schönen zu besinnen. Das allein kommt auch, wenn auch leider aus Krisengründen, der Umwelt zu Gute. Weniger Auspuffgase, weniger CO2 in den Innenstädten. So wird es wohl noch Monate bleiben.

Freuen Sie sich doch, Leguan, nun haben Sie doch den Umweltschutz, den Sie so propagieren: Es wird weniger CO2 ausgestossen. Aber: Sie freuen sich nicht? Verfolgen weiterhin Ihre politisch gesponserten Ziele, damit die "Klimawirtschaft" läuft? Das ganze Umweltprogramm Ihrer Denkweise ist, ob der vielen Menschenleben und Infizierten im Moment völlig unwichtig. Das kann warten, auch Sie mit Ihren Vorschlägen. Ich denke, ab Januar 2021 können Sie damit wieder ernst genommen werden, daß dies das Thema Nummer 1 ist. Es muß schwer sein für Sie, haben Sie sich doch bis zur Selbstaufgabe dafür hier schriftlich eingesetzt. Nun - jetzt müssen auch SIE begreifen: Es ist alles nicht mehr so wie es war und wir alle müssen UNSERE wichtigen Themen, im Moment, hintenanstellen. DAS wichtige Thema im Moment sind die bevorstehenden Insolvenzen von kleinen Firmen, Gaststätten, Läden..unsere ganze kleine Wirtschaft verdient nichts mehr, hat aber Ausgaben. In Aalen werden dann leerstehende Läden sein, eine Geisterstadt. DAS sollte Ihnen mehr Sorgen machen und sollte ein Aufruf sein, vielleicht Ihre politische "Gehirnwäsche" der letzten Jahre zu überdenken.

 

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