Corona

Nur noch mit „Sulzer Mauldäschle“ zum Einkauf

Der Bürgermeister der Stadt am Neckar führt die Pflicht zum Tragen eines Gesichtsschutzes ein.
  • Maskenpflicht in Sulz: Zum Einkaufen geht es nur noch mit. Foto: Silas Stein/dpa
Für Bürgermeister Gerd Hieber ist es der nächste logische Schritt in der Reihe der Regelungen, mit denen die rasante Ausbreitung des Coronavirus aufgehalten werden soll: Er hat am Freitag für die Stadt am Neckar mit 12 500 Einwohnern und neun Teilorten die „Maskenpflicht im öffentlichen Raum“ eingeführt.

Jeder der einkaufen geht, Bus fährt, Handwerker- oder andere Dienstleistungen erbringt, zur Arbeit geht oder sich mit einer Person, die nicht im gleichen Haushalt lebt, in einem Raum befindet, muss eine Maske tragen.

Grund für die erste Maskenpflicht im Land sind die hohen Infektionszahlen in Sulz. Stand Freitag gab es 132 mit Corona Infizierte in der Stadt. Mit Abstand die meisten im ganzen Kreis Rottweil. Die Zahl sei deshalb so hoch, weil in Sulz viel getestet werde, sagt ein Rathaus-Sprecher. Aber auch wegen der Verbreitung des Virus in Betrieben und Heimen.

Es müssen nicht die zertifizierten medizinischen Masken sein. „Die sollten vorrangig denen zur Verfügung stehen, die sie in Ausübung ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit oder wegen der akuten Gefährdung benötigen“, betont der Sprecher. Die Einwohner sollen sich und vor allem andere mit selbstgenähten Masken, Tüchern oder Schals schützen. Mehrere Firmen in Sulz haben begonnen, Gesichtsschutz zu produzieren.

Der Verein „Netzwerk Streuobst und nachhaltiges Sulz“ hat eine Nähwerkstatt eingerichtet und schneidert „Sulzer Mauldäschle“. So liebevoll, wie die Sulzer ihren Gesichtsschutz nennen, sollten sie ihn auch tragen, empfiehlt Bürgermeister Hieber. Die Masken könnten niemanden davor schützen, sich mit dem Virus zu infizieren. Aber sie könnten verhindern, dass beim Atmen, Niesen oder Husten infektiöse Tröpfchen ausgestoßen werden, an denen sich andere anstecken.

„Außerdem unterstützen die Masken das Bewusstsein für ,social distancing'“, betont der Rathaus-Sprecher. Also dafür, Abstand zu halten und mit sich und anderen achtsam umzugehen. Noch drohen keine Strafen, wenn die Maske nicht getragen wird. Hieber setzt auf das Verantwortungsbewusstsein der Bürger.

Petra Walheim
© Südwest Presse 18.04.2020 07:45
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