Kommentar Stefan Kegel zum Umfragehoch der Großen Koalition

Gefahr des Absturzes

  • Stefan Kegel Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Krisenzeiten sind in den meisten Fällen Hoch-Zeiten für eine amtierende Regierung. Das schlägt sich auch in den Umfrageergebnissen während der Corona-Krise nieder. Gegenwärtig befindet sich die Union auf einem Höhenflug, wie sie ihn seit drei Jahren nicht mehr erlebt hat, sie kratzt sogar fast an der zwischenzeitlich als unerreichbar geltenden 40-Prozent-Marke. Die Grünen sind sogar noch hinter die leicht gestärkte SPD zurückgefallen, der einstige Angstgegner AfD rutscht fast in die Einstelligkeit zurück.

Aus diesen Werten kann man drei Dinge ablesen. Erstens: Die Manager der Krise profitieren – und auf Bundesebene gehören diese der Union und der SPD an. Zweitens: Aktuelle Themen entscheiden über Umfrageergebnisse. Vergangenes Jahr spülte das Klima die Grünen nach oben, dieses Jahr Corona die Koalition. Drittens: Die Opposition ist weitgehend abgemeldet.

Und doch stellen die Umfragen anderthalb Jahre vor der Bundestagswahl nur Momentaufnahmen dar. Selbst gute Krisenmanager sind nicht vor Rückschlägen gefeit. Eine wachsende Arbeitslosigkeit oder eine Pleitewelle könnten das Bild rasch ändern.
© Südwest Presse 20.04.2020 07:45
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