Manuel Neuer ist mächtig angefressen

Der langjährige Stammtorhüter nimmt dem Verein übel, dass immer wieder Gesprächsdetails öffentlich werden.
  • Hat bislang 337 Pflichtspiele für die Bayern absolviert: Manuel Neuer. Foto: Sven Hoppe/dpa
Manuel Neuer war „irritiert“ und verärgert. So etwas hatte der Nationaltorhüter in seinen neun Jahren beim FC Bayern noch nicht erlebt. „Nie“, betonte der Nationaltorhüter, „ist etwas nach außen gedrungen.“ Jetzt aber stünden „ständig Details aus den aktuellen Gesprächen in den Medien, die oft nicht einmal stimmen“, sagte Neuer über die geleakten Vertragsforderungen der Bild am Sonntag und stellte enttäuscht fest: „Das ärgert mich. Das kenne ich so nicht beim FC Bayern.“

Deutliche Worte des Rio-Weltmeisters, die Vertrauensbasis zwischen Neuer und den Münchnern scheint beschädigt zu sein. „Wenn jetzt Sachen offenbar gezielt nach außen getragen werden, ist das auch etwas, das den Bereich Wertschätzung betrifft“, sagte Neuer. Die Verhandlungen über eine Verlängerung seines Vertrags über 2021 hinaus gerieten zuletzt massiv ins Stocken.

„Zahlen schlichtweg falsch“

Die Verantwortlichen an der Säbener Straße um Sportdirektor Hasan Salihamidzic sind jetzt umso mehr gefordert, die Wogen zu glätten. Und Neuer betonte: „Vor allem möchte ich Vertrauen spüren, das ist das Wichtigste.“

Denn zuvor hatten einige Medien von Gehaltsforderungen in Höhe von 20 Millionen Euro jährlich berichtet, außerdem war von einer Verlängerung bis 2025 die Rede. „Diese Zahlen sind beide schlichtweg falsch“, sagte Neuers Berater Thomas Kroth.

Auch Neuer versuchte aufzuklären: „Mir ist doch völlig klar, dass es utopisch ist, den Verein auf einen Fünfjahresvertrag, wie er angeblich im Raum steht, festzunageln. Mit 34 Jahren kann ich ja nicht absehen, wie es mir mit 39 Jahren geht. Darum macht diese Endgültigkeit, die öffentlich suggeriert wurde, ja überhaupt keinen Sinn“, stellte er klar.

Bei der Suche nach dem Maulwurf wolle Neuer „nicht mit dem Finger auf einzelne Personen zeigen“. Aber, sagte er, sei der Personenkreis dort „ja überschaubar“. Laut Kroth gehe es aber „auch gar nicht darum, jetzt jemanden an die Wand zu stellen, sondern ums Grundsätzliche“.

Trotz aller Widrigkeiten kann sich Neuer eine Zukunft in München vorstellen – allerdings nur unter den passenden Rahmenbedingungen. Er wolle einen Vertrag, „bei dem der FC Bayern und ich eine Win-Win-Situation haben, mit dem alle glücklich sind“, sagte der langjährige Stammtorhüter. Die Bayern stecken weiter in der Zwickmühle. Zumal in Alexander Nübel (Schalke 04) der designierte Nachfolger schon verpflichtet wurde, der 23-Jährige hat bis 2025 unterschrieben. sid
© Südwest Presse 20.04.2020 07:45
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