Geistlicher Impuls

„Alle Menschen werden Brüder“

Trotz Corona vergesse ich nicht, dass dieses Jahr Beethovens Jubiläumsjahr ist – sein 250. Geburtstag im Dezember. Seit früher Jugend liebe ich seine Musik. Am Neujahrstag konnte ich Beethovens „Neunte“ noch live in Stuttgart hören. Beethoven – als genialer Komponist taub geworden und schmerzlich isoliert von den Menschen – war erfüllt von Sehnsucht nach Miteinander und, revolutionär: ohne Standesunterschiede. Keinen lässt es kalt, wenn im 4. Satz nach aufgewühltem Orchester plötzlich mit alles überwindendem Jubel der Chor einsetzt. Freude schöner Götterfunken. Europahymne ist es auch geworden. „Alle Menschen werden Brüder.“ Geschwister. Heißt heute: Wir erkennen, was wirklich wichtig ist. Lassen einander nicht allein. Und Brüder und Schwestern in Italien in der Not nicht im Stich. Retten Kinder aus katastrophalen Flüchtlingslagern. Schaffen Rettungsschirme für Existenzen. Erschwingliche Wohnungen. Bestellen in Restaurants Essen zum Abholen. Unterstützen Künstlerinnen. Sagen einander gute Worte. Beten füreinander. Erinnern an Gottes Nähe bei uns. All das ist Licht im Dunkel und atmet Gottes Geist. Der wurde in Jesus unser aller Bruder. Dekanin Ursula Richter

© Gmünder Tagespost 01.05.2020 20:09
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