Querpass

Volltreffer mit Generalkritik

  • zu einen bemerkenswerten Vorschlag Ewald Lienens. Foto: Könneke
Eigentlich wollte der NDR-Sportclub von Ewald Lienen wissen, ob ein „Salary Cup“, eine Gehaltsobergrenze für Spieler, ein Mittel gegen die wirtschaftliche Krise im Fußball sein könnte. Auf diese Frage antwortete der Ex-Profi und Technische Direktor des Zweitligisten St. Pauli mit einer Brand- und Wutrede. Nach den vier Minuten dürften dem NDR-Redakteur die Ohren geschlackert haben.

Lienen nahm mit wenigen Sätzen das Geschäftsgebaren der Profiklubs regelrecht auseinander. Das gipfelte in einem bemerkenswerten Satz und einem ebensolchen Vorschlag. „Wir brauchen Leitplanken und Regeln, die unsere Art zu wirtschaften anders organisiert, und nicht den für mich geisteskranken neoliberalistischen Ansatz, der uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt sind. Wegen der Leute, denen es egal ist, was aus dem Rest der Welt wird.“

Dann Lienens Vorschlag, mit dem zwar nicht die Welt gerettet werden kann, aber kleinere Probleme sehr wohl gelöst werden könnten: Anstatt Unsummen in Ablöse und Gehälter zu stecken, sollten Proficlubs, quasi als lizenzrechtliche Voraussetzung, mit ihren Gewinnen kleinere Vereine unterstützen.Vereine, die die Basis des Fußballs und der Gesellschaft bilden, Vereine, in denen soziale Arbeit passiert. Das würde er sich wünschen, sagte Lienen zum Abschluss. Der Salary-Cup wäre in einem großen Umbau ein Bausteinchen, nicht mehr und nicht weniger.
© Südwest Presse 02.05.2020 07:45
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