In Iggingen sind die Läden wieder geöffnet

Wochenlang konnten Kunden nur Lebensmittel kaufen und die nötigsten Services in Anspruch nehmen. Doch jetzt haben wieder viele Geschäfte und Dienstleister geöffnet und freuen sich, die Einwohner der Gemeinde begrüßen zu dürfen.
  • In der Igginger St. Martinuskirche finden gerade Renovierungsarbeiten statt, doch schon bald können hier unter Auflagen wieder Gottesdienste stattfinden. Foto: Gemeinde Iggingen

Die Corona-Beschränkungen haben viele Gewerbetreibende im März und April stark getroffen. Und auch die Kunden waren in ihren Möglichkeite, Einkäufe und Erledigungen zu tätigen, extrem eingeschränkt. Seit rund 14 Tagen jedoch dürfen neben dem Lebensmittelhandel und den „systemrelevanten“ Dienstleitungen auch wieder andere geschäfte ihre Türen für Kunden öffnen. So auch in Iggingen.

Friseure haben volle Terminkalender

Klemens Stöckle, Bürgermeister der Gemeinde, sieht die Entwicklung positiv. Die Supermärkte, Bäckereien und Metzgereien waren von anfang an für den Kundenverkehr offen. Auch die Dienstleistungen der Handwerker, etwa der KFZ-Werkstätten, waren weiterhin verfügbar. „Einige Läden, die geöffnet waren, hatten dennoch finanzielle Einbußen. Ganz heftig getroffen hat es bei uns natürlich die Friseure, die auf einmal keinerlei Umsätze mehr machen konnten. Umso besser, dass sie seit Montag wieder Kunden empfangen dürfen. Hier sind die Terminkalender wirklich voll“, so erläutert er die Situation der Gewerbetreibenden. Durch die Verordnungen und Lockerungen ist es auch den Friseurbetrieben unter Auflagen erlaubt, Kunden wieder die Haare zu schneiden. Mit wenigen Einschränkungen: Services wie Barttrimmen, Wimpernfärben oder Augenbrauen in Form bringen sind weiterhin untersagt. Und sowohl Friseur als auch Kunde müssen einen Mundschutz tragen, der Kunde muss sich beim Betreten des Geschäfts zudem die Hände waschen und desinfizieren.

Und auch wenn vieles anders ablaufen musste, als geplant, gab es auch positive Zeichen: Sogar eine Eröffnung gab es während des Corona-Lockdowns: „Bäckerei Mühlhäuser hat das Geschäft eröffnet, auch wenn der Cafébereich mit Außenbereich noch geschlossen bleiben muss“, freut sich Stöckle

Hygieneauflagen werden eingehalten

Alle Läden würden sich an die verordneten Hygieneauflagen halten. Es wird auf das Tragen von Masken geachtet und Abstand halten die Kunden sowieso mittlerweile ein. Und man habe auch schöne Einfälle der Geschäfte beobachten können, so etwa Abstandhalter aus Grillkohlesäcken, passend zum schönen Wetter und der Eröffnung der Grillsaison. Abstand ist in allen Geschäften neben dem Tragen eines Mund-und Nasenschutzes weiterhin Pflicht. Mindestens 1,5 Meter Abstand sollten zu anderen personen weiterhin eingehalten werden.

Gastronomie hart betroffen

Keine Lockerungen sind derweil für Gastronomiebetriebe in Sicht. Daher müssen sich die Betriebe weiterhin auf Liefer- und Abholservices beschränken. „Die Igginger nutzen den Service auch und holen fleißig Speisen ab. Aber das ist natürlich kein Ersatz für ein geöffnetes Restaurant mit voll besetzten Tischen“, berichtet Bürgermeister Stöckle. In Iggingen gäbe es viele kleine Familienunternehmen wie Bäckerein, Metzgereien und eine Gaststätte, die es sicher sehr hart getroffen habe. Und hier ist eine Lockerung momentan noch nicht in Sicht.

Bei den Friseuren sind die Terminkalender jetzt natürlich voll.

Klemens Stöckle,
Bürgermeister Iggingen

Positive Stimmung

Der Bürgermeister konnte in den letzten Wochen durchaus auch im Rathaus beobachten, wie sich die Pandemie auf das Verhalten der Gemeindemitglieder auswirkte. „Man merkt, dass die Menschen jetzt wieder lockerer mit der Situation umgehen und sich wieder mehr nach draußen trauen.“

Am Anfang der Beschränkungen seinen deutlich weniger Besucher ins Igginger Rathaus gekommen. Der Kundenverkehr sei kaum vorhanden gewesen, obwohl das Rathaus eigentlich offen war. Möglich war dies über die gesamte Zeit, weil die meisten Rathausmitarbeiter in Einzelbüros arbeiten und die Abstandsregelungen dort sehr gut eingehalten werden konnten und weiterhin gehalten werden können. Verbunden mit den Lockerungen nimmt der Publikumsverkehr wieder Fahrt auf. Mittlerweile werden neben den Standardterminen auch Termine, die etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, vergeben, wie zum Beispiel für die Rentenberatung. Und die Rathausmitarbeiter haben gut zu tun.

„Wir haben viele Rentenanträge erhalten, die wir jetzt der Reihe nach abarbeiten werden. Aber insgesamt konnten und können wir als kleine Gemeinde mit einem kleinen Apparat alles gut auffangen und flexibel handhaben“, so Bürgermeister Klemens Stöckle.

Gemeindeleben läuft langsam wieder an

Freuen können sich die Igginger auch, dass seit dem 4. Mai wieder Gottesdienste und Gebetsveranstaltungen offiziell erlaubt sind. Zwar finden in der Kirche gerade Renovierungsarbeiten statt, doch in rund zwei Monaten können die Igginger wieder unter Auflagen die Kirche besuchen. Auch die Kinderspielplätze sollen ab dem 6. Mai wieder zum Spielen geöffnet sein.

Seit Montag dürfen zudem die Zahnärzte wieder ihren Aufgaben nachgehen und die Zähne ihrer Patienten wieder umfänglich in normalen Terminen versorgen. ad

© Gmünder Tagespost 04.05.2020 16:52
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