Querpass

Hermanns treue Riege

  • über einen Physiotherapeuten, der Spuren hinterlassen hat Carsten Muth Foto: Volkmar Könneke
Existenzsorgen, Debatten über Geisterspiele, horrende Gehälter und Ablösesummen jenseits von Gut und Böse im Profifußball: Im Angesicht der Krise denken immer mehr Menschen laut darüber nach, ob sich die Branche nicht reformieren muss. Zurück zu den Wurzeln, heißt es. Weg vom höher, schneller und weiter. Hin zu mehr Authentizität und Fan-Nähe. Ein Mann, der Bodenständigkeit über Jahrzehnte im Profifußball verkörperte wie kaum ein anderer, war kein Kicker, sondern Physiotherapeut beim HSV: Hermann Rieger.

2014 starb der gebürtige Bayer an den Folgen einer Krebserkrankung. Rieger kam 1978 zu den Rothosen. Er blieb bis 2004, wurde mit dem Hamburger SV Meister, Pokalsieger und Europapokalsieger der Landesmeister. Die Zuneigung der Anhänger blieb Rieger ein Rätsel. „Ich kann nicht begreifen, warum mich die Leute so lieben. Ich habe doch nie ein Tor geschossen“, sagte der Mann mit den kräftigen Händen einmal.

Noch heute wird Rieger von den HSV-Fans als „Kult-Masseur“ verehrt. Vor dem Volksparkstadion steht seine Statue. Mehr noch: Rieger hat nach wie vor einen eigenen Fanclub, „Hermanns treue Riege“. Dessen Mitglieder versteigern jetzt ein Auto des „Kult-Masseurs“ für den guten Zweck. Einen Chevrolet Lancetti, Baujahr 2005, 231 975 Kilometer Laufleistung, Tüv bis Februar 2021. Wer den Zuschlag erhält, soll Dienstag bekanntgegeben werden.
© Südwest Presse 05.05.2020 07:45
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