Grüne: Palmer soll austreten

Tübinger Oberbürgermeister lehnt Aufforderung des Landesvorstands ab.
Die Südwest-Grünen haben den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer zum Parteiaustritt aufgefordert. Man behalte sich auch ein Parteiordnungsverfahren vor, teilte der Landesvorstand am Freitag mit. Palmer agiere systematisch gegen die Partei und schade ihr.

Palmer hatte zuletzt mit Äußerungen zum Umgang mit Corona-Patienten für Empörung gesorgt. Er hatte in einem Interview gesagt: „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ Grünen-Mitglieder forderten daraufhin einen Parteiausschluss.

Am Montag hatte ihm die Grünen-Parteispitze in Berlin jegliche Unterstützung entzogen. Ähnlich äußerten sich daraufhin die Landes-Parteispitze und die Grünen in Tübingen. Sollte Palmer 2022 in Tübingen zur Wiederwahl antreten, darf er auf keine Hilfe seiner Partei mehr hoffen. Das wurde am Freitagabend bekräftigt.

Palmer lehnte umgehend einen Austritt ab. Er sei „aus ökologischer Überzeugung Grüner und bleibe das“, sagte er der SÜDWEST PRESSE. Der Beschluss des Vorstands enthalte nur „unwahre Unterstellungen, das kann kein Grund für einen Austritt sein.“ In einem Brief an das Gremium hatte Palmer seine „unglückliche Formulierung“ bedauert, diese sei aber aus dem Zusammenhang gerissen. Im Kontext werde klar, dass er „den Schutz der alten und kranken Menschen unbedingt aufrecht erhalten“ wolle. rom/dpa

Südwestumschau
© Südwest Presse 09.05.2020 07:45
154 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy