Querpass

Aus 2 werden 20 Meter

  • über Joggen als Corona-Sportart Manuela Harant Foto: Volkmar Könneke
Joggen ist in der Corona-Krise in den vergangenen Wochen zu einer der wenigen erlaubten Beschäftigungen für Hobby-Athleten geworden. Das Motto „Höher, schneller, weiter“ scheint dabei nicht nur für die Läufer zu gelten, sondern auch für die Bedenkenträger. Die so genannten Experten überbieten sich in Sachen Mindestabstand fürs gefahrlose Läufchen, als wollten sie damit ins Guinness Buch der Rekorde kommen.

Allen voran der Physiker Bert Blocken, der anhand einer Studie beim Joggen im Park statt der üblichen 2 mindestens 10, beim Radfahren sogar 20 Meter Abstand empfiehlt. Dafür schreckt er nicht vor drastischen, um nicht zu sagen ein wenig ekelerregenden Bildern zurück wie der „Speichelwolke anderer Personen“, der man im Windschatten ausgesetzt sei, oder einem Vergleich mit dem Autofahren, bei dem man das Spritzwasser der Scheibenwaschanlage des Vordermanns abbekommt. Diese Bilder im Kopf helfen allerdings wenig, wenn man nun mal an einem deutlich langsameren Sportler vorbei muss.

Bevor das Lesen dieser Kolumne für Sie, lieber Jogger, aber gar keinen praktischen Nutzen bringt, hier noch ein Tipp eines anderen Wissenschaftlers abseits des Abstandswahns: „Ich empfehle Sportlern, beim Überholen den Kopf einfach vom anderen Sportler abzuwenden“, sagt Prof. Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln. Also bitte nicht persönlich nehmen, wenn sich die schnelleren Läufer künftig von ihnen abwenden. Es dient lediglich dem Schutz aller in diesen seltsamen Zeiten.
© Südwest Presse 11.05.2020 07:45
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