Kommentar Rolf Obertreis zur Situation in der Kreditwirtschaft

Tabus für Banken

  • Rolf Obertreis Foto: Volkmar Könneke
Die Banken sind gefordert wie lange nicht mehr. Unternehmen, Händler und Selbständige brauchen bei der Bewältigung der Krise Unterstützung. Die geben die Institute auch, wofür sie gelobt werden. Die Geldhäuser verdienen zwar daran, wenn auch nicht üppig. Sie holen sich aber auch Risiken in die Bücher, obwohl die Kredite der Förderbank KfW, die sie weiterreichen, großteils vom Bund abgesichert sind.

Diese Risiken können durchschlagen. Niemand weiß, wie lange die Folgen der Pandemie die Wirtschaft beeinträchtigen. Geschäfte sind zwar wieder offen, Fabriken laufen wieder, aber die Umsätze sind überschaubar – bei nur wenig gebremsten Kosten. Damit stellt sich die Frage, wie Zins und Tilgung geleistet werden können. Und wie viele Kredite ausfallen.

Das würde dann die Banken treffen. Zwar haben sie die Vorsorge für wackelige Kredite erhöht. Die Finanzaufseher werden darauf achten, dass diese laufend angepasst wird. Erst in den nächsten Monaten wird sich das wahre Ausmaß der Krise in den Kreditbüchern zeigen. Unter allen Umständen muss vermieden werden, dass auch Banken in Schieflage geraten und am Ende das Finanzsystem ins Wanken gerät. Das darf nie wieder zugelassen werden. Daher muss bei Banken die Ausschüttung von Gewinnen, Dividenden und auch Boni in diesen besonderen Zeiten tabu sein.
© Südwest Presse 13.05.2020 07:45
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