Millionen für erkrankte Inhaltsprüfer

Mehr als 10 000 Mitarbeiter, die täglich Gewalt und Misshandlung sehen, bekommen Geld für Behandlung.
Facebook will seinen Inhaltsprüfern, die ihr Job krank gemacht hat, insgesamt 52 Millionen US-Dollar (48 Millionen Euro) bezahlen. Darauf haben sich Facebook und Anwälte der Betroffenen vor einem Gericht in San Francisco geeinigt.

Die erkrankten Inhaltsprüfer sollen bei einer Diagnose wie einer posttraumatischen Belastungsstörung bis zu 50 000 Dollar (48 000 Euro) für ihre Behandlungskosten bekommen, teilten die Anwälte mit. Die Einigung muss noch vom zuständigen Richter gebilligt werden. Sie gilt für mehr als 10 000 Menschen aus Kalifornien, Texas, Arizona und Florida, die seit 2015 für Facebook gearbeitet haben.

Die Menschen, die Inhalte der Facebook-Posts prüfen, sehen regelmäßig Szenen von Gewalt und Misshandlung. Wie Facebook in der Einigung ankündigte, soll zum Schutz der Prüfer bei Videos standardmäßig der Ton ausgeschaltet bleiben und sie in Schwarz-Weiß abgespielt werden.

Facebook setzt zwar immer stärker Software ein, um Beiträge mit Gewalt, Kinderpornografie oder terroristischer Propaganda zu finden und zu löschen. Allerdings müssen oft auch noch menschliche Prüfer auf die Inhalte schauen, zum Beispiel, um den Zusammenhang von Äußerungen einzuschätzen, die Hassrede oder Beleidigungen enthalten könnten. dpa
© Südwest Presse 14.05.2020 07:45
315 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy