Guten Morgen

Trainingslager in Corona-Zeiten

Marie Enßle über die Wochen am Esstisch und Vorteile für die kleinen grauen Zellen

Schlag 9 Uhr starten wir. Ohne Gnade. Schlag 9 Uhr habe ich schon etwa fünf Mal erwähnt, dass eigentlich längst Schule wäre. Eigentlich. In Corona-Zeiten ist aber alles anders. Deshalb sitzen wir zu dritt am Esstisch. Links der Sohnemann, der sich am Tablet die schriftliche Subtraktion reinzieht und danach selber üben soll. Rechts die Tochter, die „ie“ und „ei“ schreibt und liest. Da sie aber lieber die Bilder auf den Arbeitsblättern anmalt und der Sohnemann behauptet, er könne schon längst Minus-Rechnen, komme ich ins Spiel und wage mich an lustige Wettspiele, damit beide bei der Sache bleiben. Das hat zur Folge, dass ich versuche, fast zeitgleich, schriftlich zu subtrahieren und meine schönste Schreibschrift aufs Papier zu zaubern. Die grauen Zellen bleiben so wenigstens aktiv. Kochen, Haushalt, Einkauf schiebe ich in die Fünf-Minuten-Pausen, bevor wir dann – mutmaßlich zur Freude der Nachbarn – Flöte und Klarinette auspacken – auch zeitgleich – um das Geübte an die Musikschule zu senden. Mein Homeoffice eröffne ich am Abend, wenn Ruhe ist. Deshalb wünsche ich heute allen Homeschoolern einen besonders guten Morgen. Diese Woche müsst ihr nur an drei Tagen.

© Gmünder Tagespost 17.05.2020 21:28
858 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy