Lesermeinung

Zum Kommentar von Dorothee Torebko über die Corona-Demos:

Es gibt Krankheiten, die durch einen individuellen Lebensstil geprägt sind, zum Beispiel Alkohol zu trinken oder Tabak zu rauchen. Pflegt man solch ein Verhalten über viele Jahre, kann dies zu einem frühzeitigen Tod führen. Diese Erkrankungsformen haben natürlich auch einen sozialen Aspekt. Es muss in der Gesellschaft toleriert werden, das einige Individuen sich gezielt gesundheitlich schädigen und die Allgemeinheit, etwa über eine Krankenversicherung, für die Behandlung dieser Gesundheitsschäden mit aufkommen müssen. Ein anderer individueller Aspekt ist die Herausforderung des Schicksals, zum Beispiel in Form von Glücksspiel oder Lotterien. Niemand würde darauf kommen, dass einige Lose kaufen, sich also finanziell an der Lotterie beteiligen, aber alle anderen, also auch die nicht eingezahlt haben, an der Gewinnausschüttung teilhaben. Kombiniert man diese beiden Geschichten, kommt man zu den viralen Ansteckungen, die die ganze Welt betreffen können. Der Lotterieaspekt ergibt sich durch die Impfung, bei der ein kleiner Prozentsatz der Geimpften erkranken kann.Lassen sich ausreichend viele Menschen impfen, sind auch die Nichtgeimpften geschützt. Impfgegner nutzen nun gezielt diesen Aspekt, sie nehmen an der „Lotterie“ nicht teil, wollen aber an der „Gewinnausschüttung“ teilhaben.

© Gmünder Tagespost 18.05.2020 20:32
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Kommentare

Harald Seiz

Die Impfgegner verhalten sich gelinde gesagt unsozial. Man sollte sie nicht zur Impfung zwingen. Aber wenn einmal die Möglichkeit einer risikoarmen Impfung besteht, sollten die Impfverweigerer im Fall einer Erkrankung die medizinische Behandlung aus eigener Tasche bezahlen müssen und keine Lohnfortzahlung erhalten. Bei Knappheit an Beatmungsgeräten sollten sie sich ganz weit hinten anstellen müssen.

Wolfgang Waibel

Harald Seiz schrieb am 19.05.2020 um 12:39

Die Impfgegner verhalten sich gelinde gesagt unsozial. Man sollte sie nicht zur Impfung zwingen. Aber wenn einmal die Möglichkeit einer risikoarmen Impfung besteht, sollten die Impfverweigerer im Fall einer Erkrankung die medizinische Behandlung aus eigener Tasche bezahlen müssen und keine Lohnfortzahlung erhalten. Bei Knappheit an Beatmungsgeräten sollten sie sich ganz weit hinten anstellen müssen.

Als Antwort zitiere ich Herrn Hieber ....

Wer die oppositionelle Meinung oder Person diffamiert anstatt sich mit ihr auseinanderzusetzen, der degradiert sein Gegenüber in die politische Unmündigkeit. Könnte der gute Demonstrant nicht ein ganz normaler Bürger von nebenan mit einer anderen Meinung sein, mit der respektvoll umgegangen werden könnte?

!!!

Harald Seiz

Wolfgang Waibel schrieb am 20.05.2020 um 08:06

Als Antwort zitiere ich Herrn Hieber ....

Wer die oppositionelle Meinung oder Person diffamiert anstatt sich mit ihr auseinanderzusetzen, der degradiert sein Gegenüber in die politische Unmündigkeit. Könnte der gute Demonstrant nicht ein ganz normaler Bürger von nebenan mit einer anderen Meinung sein, mit der respektvoll umgegangen werden könnte?

!!!

Ich habe mich mit dem Problem der Impfung auseinandergesetzt und bleibe dabei: Impfverweigerer verhalten sich m. E. wie unsoziale Trittbrettfahrer.

Wolfgang Waibel

Harald Seiz schrieb am 20.05.2020 um 10:18

Ich habe mich mit dem Problem der Impfung auseinandergesetzt und bleibe dabei: Impfverweigerer verhalten sich m. E. wie unsoziale Trittbrettfahrer.

Wir haben uns auch sehr genau mit diesem Thema auseinandergesetzt und zu einem anderen Ergebnis gekommen. Eine andere Meinung zu haben finde ich aber in Ordnung und verurteile niemanden – das sollten Sie auch!

In my humble opinion

Wolfgang Waibel schrieb am 20.05.2020 um 13:11

Wir haben uns auch sehr genau mit diesem Thema auseinandergesetzt und zu einem anderen Ergebnis gekommen. ...

>Impfverweigerer verhalten sich m. E. wie unsoziale Trittbrettfahrer.< ist ganz klar als persönliche Meinung gekennzeichnet und demnach vom Recht auf Meinungsfreiheit geschützt.

Sie können auch zu einer anderen ( auch vielleicht 'alternativen' ) Meinung kommen - auch das ist geschützt.

Eine Impfung ist theoretisch eine Körperverletzung, in der Biologie ist auch nichts zu 100% auszuschließen, auch eine 100%ige Garantie kann niemand geben. Eine Impfung dient dem Zweck, einen größeren, wahrscheinlicheren Schaden zu vermeiden und nimmt dazu auch eine geringe Wahrscheinlichkeit eines sogenannten Kollateralschadens in Kauf. Da wir in unserer Gesellschaft nicht als Monaden leben, sondern aufeinander angewiesen sind, müssen/sollten wir auch Rücksicht auf die anderen Menschen nehmen - die eigene Freiheit endet da, wo die Freiheit des anderen beginnt. Andersherum muss eine Minderheit unter Umständen auch ertragen, dass sich eine Mehrheit zu schützen versucht, nicht vor den Menschen, sondern vor den Gefahren, die von jenen potentiell ausgehen.

Sie werden niemals gezwungen werden, eine Schutzimpfung erdulden zu müssen, das ist und wird auch immer freiwillig sein, aber Sie müssen unter Umständen damit rechnen, bei fehlendem Impfschutz von gewissen Aktivitäten der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden - und das ist GG-konform.

Harald Seiz

Wolfgang Waibel schrieb am 20.05.2020 um 13:11

Wir haben uns auch sehr genau mit diesem Thema auseinandergesetzt und zu einem anderen Ergebnis gekommen. Eine andere Meinung zu haben finde ich aber in Ordnung und verurteile niemanden – das sollten Sie auch!

Sie können sich gar nicht darauf berufen, sich mit der irgendwann in der Zukunft anstehenden Impfung auseinandergesetzt zu haben, weil heute noch gar nicht feststeht, welche Methode der Immunisierung und welches Pharmaunternehmen schließlich das Rennen machen wird.

Wer so argumentiert wie Sie, der argumentiert auf der Grundlage von Vorurteilen gegen eine vermeintliche Gefahr oder die Nutzlosigkeit einer Impfung, deren Ausgestaltung noch völlig ungewiss ist. Sollte Ihre Ablehnung von Impfungen aber grundsätzlicher Art sein, obwohl kein vernünftiger Mensch bestreiten kann, dass der Nutzen von Impfungen schwerer wiegt als die bisher bekannten Nachteile durch Impfungen, dann wäre ein solches Verhalten meiner Meinung nach nicht nur unsozial, sondern auch ignorant und kindisch.

Als Kind wollte ich mich auch gegen die damalige Zangsimpfung gegen die Pocken zur Wehr setzen. Es half nichts. Und das war auch gut so. Mein Recht auf körperliche Unversehrtheit fand völlig zurecht seine Grenze durch ein Gesetz, das geeignet war, den Nutzen für die Gesamtheit der Gesellschaft zu maximieren. Wäre es damals nach unreifen und ignoranten Kindsköpfen wie mir gegangen, hätten die Pocken noch lange Zeit Menschenleben gefordert.

Lasttime

Harald Seiz schrieb am 20.05.2020 um 10:18

Ich habe mich mit dem Problem der Impfung auseinandergesetzt und bleibe dabei: Impfverweigerer verhalten sich m. E. wie unsoziale Trittbrettfahrer.

Hallo Herr Seiz,

man muß einen Unterschied machen zwischen den Impfungen im Säuglings-, Kindesalter (die wir alle hinter uns haben und die notwendig waren) und einer Impfung gegen SARS-CoV-2. Nicht zu vergessen: Es wird das Virus GESPRITZT! Der Körper muß sich dann damit auseinandersetzen und Antikörper bilden. Eine Impfpflicht im Erwachsenenalter, für alle Menschen, ist ein großes Risiko für Menschen Ü 30, mit Vorerkrankungen. Dazu gehören alle Autoimmunerkrankungen, die Zahl dieser Patienten in Deutschland sind Millionen, für die eine Einspritzung mit Viren das Ende bedeuten kann, besonders, da ein "Impfstoff" nun, in Windeseile, nicht getestet, vielleicht NÄCHSTES Jahr auf den Markt gebracht werden kann. Falls dieser Impfstoff (SARS-CoV-2 pur, im Labor entwickelt), nun jetzt, ohne Testung auf den Markt gebracht wird wäre dies fahrlässig und würde Menschenleben kosten. Die Impfverweigerer sind oft auch die, die eine Impfung aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit verweigern müssen. 

Was stellen Sie sich unter dieser Impfpflicht vor? Sollen nun Polizisten von Haus zu Haus gehen, um den Menschen mit Gewalt die Spritze zu geben? Sollen Menschen, die sich die Impfung nicht geben lassen und an Covid erkranken dann nicht beatmet werden? Sind diese Menschen dann "die Mörder" anderer, nur weil sie selbst überleben wollen?

Ich selbst lebe mit 3 Autoimmunerkrankungen und habe deshalb nie eine "so empfohlene" Grippeschutzimpfung absolviert. Leidensgenossen, die es getan haben, hatten durch diese gespritzte Infektion schwere Schübe ihrer Erkrankungen und mußten dann einen Gehwagen benutzen, bis heute.

Wenn wir anfangen, diese Impflicht ANZUORDNEN, ohne viel Wissen über dieses Virus, ohne Wissen ob trotz einer schon einmal durchgemachten Infektion eine erneute Ansteckung ausbrechen kann (das ist ungeklärt), oder ob durch eine durchgemachte Infektion von SARS ein lebeslanger Schutz besteht ist es müssig über eine Impfpflicht nachzudenken. 

Das alles gilt es zu überlegen.

Telegrafenamt

Oh mein Gott, GESPRITZT! Mit einer SPRITZE! Mit einer spitzen NADEL! Das könnte ja WEH TUN!

Lasttime

Telegrafenamt schrieb am 21.05.2020 um 16:44

Oh mein Gott, GESPRITZT! Mit einer SPRITZE! Mit einer spitzen NADEL! Das könnte ja WEH TUN!

G`spassig, gell? Dummheit Ihrerseits, gell? Satirisches Dummgeschwätz, das bald den Ernst der Lage erkennen wird, gell?

Könnte es sein, daß Sie heute, am Vatertag, mit Fässle, Bier, nicht mit der Familie 1. und 2. Grades, sondern mit 10 fremden Männern, Umarmungen und Geschäkere, Witze zu Corona reissend unterwegs waren und a bisserl besüffelt sind?

 

Harald Seiz

Lasttime schrieb am 21.05.2020 um 15:46

Hallo Herr Seiz,

man muß einen Unterschied machen zwischen den Impfungen im Säuglings-, Kindesalter (die wir alle hinter uns haben und die notwendig waren) und einer Impfung gegen SARS-CoV-2. Nicht zu vergessen: Es wird das Virus GESPRITZT! Der Körper muß sich dann damit auseinandersetzen und Antikörper bilden. Eine Impfpflicht im Erwachsenenalter, für alle Menschen, ist ein großes Risiko für Menschen Ü 30, mit Vorerkrankungen. Dazu gehören alle Autoimmunerkrankungen, die Zahl dieser Patienten in Deutschland sind Millionen, für die eine Einspritzung mit Viren das Ende bedeuten kann, besonders, da ein "Impfstoff" nun, in Windeseile, nicht getestet, vielleicht NÄCHSTES Jahr auf den Markt gebracht werden kann. Falls dieser Impfstoff (SARS-CoV-2 pur, im Labor entwickelt), nun jetzt, ohne Testung auf den Markt gebracht wird wäre dies fahrlässig und würde Menschenleben kosten. Die Impfverweigerer sind oft auch die, die eine Impfung aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit verweigern müssen. 

Was stellen Sie sich unter dieser Impfpflicht vor? Sollen nun Polizisten von Haus zu Haus gehen, um den Menschen mit Gewalt die Spritze zu geben? Sollen Menschen, die sich die Impfung nicht geben lassen und an Covid erkranken dann nicht beatmet werden? Sind diese Menschen dann "die Mörder" anderer, nur weil sie selbst überleben wollen?

Ich selbst lebe mit 3 Autoimmunerkrankungen und habe deshalb nie eine "so empfohlene" Grippeschutzimpfung absolviert. Leidensgenossen, die es getan haben, hatten durch diese gespritzte Infektion schwere Schübe ihrer Erkrankungen und mußten dann einen Gehwagen benutzen, bis heute.

Wenn wir anfangen, diese Impflicht ANZUORDNEN, ohne viel Wissen über dieses Virus, ohne Wissen ob trotz einer schon einmal durchgemachten Infektion eine erneute Ansteckung ausbrechen kann (das ist ungeklärt), oder ob durch eine durchgemachte Infektion von SARS ein lebeslanger Schutz besteht ist es müssig über eine Impfpflicht nachzudenken. 

Das alles gilt es zu überlegen.

Ja, bei jeder aktiven Impfung wird eine geringe - und für gesunde Menschen in der Regel unschädliche - Menge eines Virus gespritzt.  Manchmal wird auch nur eine Teilmenge des Virus gespritzt. Auf jeden Fall muss die Menge an Informationen über das Virus groß genug sein, dass der Körper Antikörper bilden kann. Für vorgeschädigte Menschen kann das zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen.

Deshalb habe ich in meinem ersten Kommentar ja auch geschrieben, dass ich kein Verfechter einer allgemeinen Impfpflicht bin. Meine Kritik zielt auf das Verhalten derer, die so tun, als ob eine Impfpflicht gegen Sars-Cov- 2 Viren schon beschlossen wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Und ich verurteile Leute, die hetzerisch gegen Impfungen wettern, obwohl weder die Art der Immunisierung noch der Umfang der erforderlichen Prüfung auf Nebenwirkungen heute schon bekannt sind. Auch sehe ich keinen vernünftigen Grund, Impfungen grundsätzlich abzulehnen.

Natürlich muss genau hingesehen werden, wenn z. B. eine Trump-Administration beschleunigte Prüfverfahren durchdrücken will. Aber das ist noch lange keine Rechtfertigung, Impfungen pauschal zu diffamieren und sich bei Kundgebungen mit AFD-Dumpfbacken gemein zu machen. Dieser letzte Satz, lieber Herr Lasttime, ist nicht auf Sie gemünzt. Ich respektiere Ihre Einwände gegen eine allgemeine Impfpflicht sehr wohl und kann Ihre persönlichen Gründe nachvollziehen. Gleichwohl bin ich der Meinung, dass - nach einem ausgiebigen öffentlichen Diskurs über Zwangsimpfungen - gesunde Menschen auch zwangsgeimpft werden sollten, wenn anders die Pandemie nicht eingedämmt werden kann.

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