Kommentar Michael Gabel zu Protesten gegen die Corona-Regeln

Auf Distanz gehen

  • Michael Gabel. Foto: NBR
Ja, Corona spaltet Deutschland. Die einen haben – zum Teil übertriebene – Angst vor dem Virus. Die anderen wehren sich gegen staatliche Bevormundung. Dass bei einem Thema solcher Schwere die Meinungen hart aufeinander prallen, ist in einer Demokratie aber nichts anderes als: normal. Selbstverständlich wird auch bei Corona um den richtigen Weg gerungen und gestritten. Und ebenso klar ist, dass dabei zum Beispiel gut abgesicherte Beamte einen anderen Blickwinkel einnehmen können als etwa Restaurantbetreiber, die um ihre Existenz bangen.

Deshalb sollte auch jeder bei Einhaltung der Abstandsregeln und mit Mundschutz Demonstrieren gehen dürfen. Doch wer gegen den „Hygienenotstand“ oder was auch immer auf die Straße geht, sollte sich gut überlegen, ob er sich wirklich mit Demokratiefeinden und Verfolgungswahn-Geplagten zeigen will, die die Demonstrationen für ihre Zwecke nutzen wollen. Diese zählen ihren Erfolg nämlich auch nach der Masse an Menschen, die sie bei ihren Auftritten erreichen. Um sich von solchen Leuten nicht vereinnahmen zu lassen, hilft nur eins: auf Distanz gehen. Und zwar mehr als anderthalb Meter.
© Südwest Presse 22.05.2020 07:45
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