Volle Konzentration aufs Finalturnier in München

Binnen kurzer Zeit müssen sich die Bundesligisten für die am 6. Juni beginnende Endrunde wappnen. Einen ersten positiven Corona-Test gibt es bereits.
  • Will beim Neustart ein höheres Verletzungsrisiko nicht ausschließen: Paul Zipser vom FC Bayern München. Foto: Angelos Tzortzinis/dpa
Nach dem Okay der Politik ging es für die ersten Basketballer direkt in die Halle. Nur wenige Stunden, nachdem die bayerische Staatsregierung am Dienstag das Finalturnier der Bundesliga im Juni in München genehmigt hatte, stiegen die ersten Klubs wieder ins lang ersehnte Mannschaftstraining ein. Denn die Zeit bis zum Auftakt des Zehner-Turniers am 6. Juni ist kurz. Dann eröffnen die BG Göttingen und die Hakro Merlins Crailsheim die dreiwöchige Veranstaltung, die mit dem zweiten Finale am 28. Juni zu Ende gehen soll (siehe Info-Kasten).

Im von der Politik gelobten Konzept der Bundesliga sind drei Wochen Mannschaftstraining vorgesehen. Doch weil sich die Entscheidung der Behörden etwas länger hinzog, sind es nun nur noch zweieinhalb Wochen, bis es im Münchner Audi Dome losgeht. Und noch liegen nicht allen zehn Klubs die Genehmigungen der lokalen Gesundheitsämter vor, wieder als Team mit Kontakt trainieren zu dürfen.

Die erste „Bewährungsprobe“ hat das Konzept laut der Basketball-Bundesliga (BBL) „bestanden“. Bei einem nach Deutschland einreisenden Profi ist „unmittelbar nach Ankunft ein positives Testergebnis“ ermittelt worden. Der Spieler hatte demnach allerdings „zu keiner Zeit Kontakt zum Team oder war in das Mannschaftstraining eingebunden“. Dagegen waren die Tests bei allen anderen Spielern und Betreuern, die sich vor dem Wochenende bereits in Deutschland aufgehalten haben, negativ.

„Wir müssen uns jetzt so gut vorbereiten, wie es geht“, sagte Bayerns Nationspieler Paul Zipser dem Online-Portal „spox.com“. Ob die kurze Vorbereitungszeit zu mehr Verletzungen führe, vermöge er nicht zu sagen. Aber: „Wenn ein Profisportler nicht in seinem normalen Rhythmus ist oder nicht die übliche Vorbereitung hat, dann ist das Risiko natürlich höher“, sagte der frühere NBA-Profi.

Die Bayern und Ratiopharm Ulm trainieren bereits wieder in Gruppen. In Oldenburg, Göttingen und Vechta liegt sogar schon die Erlaubnis zum Kontakttraining vor, weshalb Rasta-Coach Pedro Calles seine Spieler gleich zur ersten gemeinsamen Einheit bat. Zwar fehlten dabei noch die beiden Neuzugänge Matic Rebec und Jaroslaw Zyskowski ebenso wie Maxi Di Leo, doch es war ein erster Schritt zurück in den Alltag. „Das ist ein Etappensieg gegen die Pandemie, die uns allen die Normalität genommen hat“, sagte Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic, der mit seinem Team am Mittwoch wieder ins Teamtraining einstieg.

Die Freude und Erleichterung, die Saison im speziellen Format mit zehn Clubs und dreiwöchiger Hotel-Quarantäne doch noch sportlich zu Ende zu bringen, war überall groß. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs bezeichnete Thomas Stoll, Geschäftsführer von Ratiopharm Ulm, in einer Pressekonferenz des Klubs als „starkes Statement“ der Liga. „Es ist besser, diesen Wettbewerb zu spielen, als gar keinen“, sagte Alba Berlins Coach Aito. Doch auch der Trainer-Veteran sieht die Risiken der kurzen Vorbereitungszeit. „Wir müssen nun so schnell wie möglich in das Mannschaftstraining einsteigen und die ausländischen Spieler integrieren, die derzeit noch in Quarantäne sind“, sagte der Spanier.

Neben der Erlaubnis der Behörden benötigen alle Mannschaften nun auch zwei Corona-Testreihen mit negativen Ergebnissen, um wieder als Team trainieren zu dürfen. „Wir verkünden die Ergebnisse in Kürze, wenn alle Teams zwei Mal durch sind“, versprach Stefan Holz, Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga, in einem Interview bei „sportschau.de“.

Dass weitere positive Tests das gesamte Konzept zum Einsturz bringen könnten, ist den Beteiligten klar. „Jeder Einzelne muss sich in den kommenden sechs Wochen sehr intelligent und diszipliniert verhalten“, sagte Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic. Doch die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass alles glatt geht. „Es bleiben Restrisiken. Aber wir sehen die Chancen deutlich höher als die Risiken“, sagte Holz. dpa/mut
© Südwest Presse 22.05.2020 07:45
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