Gemeinsam durch die schwere Zeit gekommen

Der neugegründete Bettringer Bürgerverein besteht die „Feuertaufe“ während der Coronakrise bravourös. In dem Stadtteil gibt jetzt Fahrdienste, Einkaufshilfen und ein Sorgentelefon – der Verein hat ein markantes Zeichen des Engagements und Zusammenhalts gesetzt.
  • Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert im Bezirksamt vor einer Maskenbox. Sie sind gegen eine Spende erhältlich. Fotos: aro
  • Noch liegt das Freibad in Bettringen ohne Besucher da. Ein städtisches Konzept für den Badebetrieb in Corona-Zeiten gibt es schon. Fehlt noch der offizielle Beschluss der Landesregierung Baden-Württemberg zur Öffnung der Freibäder.
  • Das bettringer Bezirksamt. Hier wird unter anderem die Einkaufshilfe koordiniert.

Schwäbisch Gmünd- Bettringen. Mit seinen knapp 9.000 Einwohnern ist Bettringen der größte Stadtteil von Schwäbisch Gmünd. Die Coronakrise und die zur Eindämmung der Pandemie erforderlichen Maßnahmen blieben auch in Bettringen nicht ohne Folgen, ältere Mitbürger und Personen aus Risikogruppen sollten die Öffentlichkeit meiden, kleinere Gewerbetreibende und die Gastronomiebetriebe mussten schließen.

Der neugegründete Bürgerverein von Bettringen unter dem Vorsitz des Ortsvorstehers Karl-Andreas Tickert sagte den Einschränkungen spontan den Kampf an. „Bereits zu Beginn der Coronakrise haben sich Carola Pflug und Monika Schneider für ein Einkaufshilfsprogramm engagiert“, zeigt sich der Ortsvorsteher beeindruckt. Unterstützung fanden die jungen Damen beim Bettringer Stadtteilkoordinator Uli Bopp. Über 40 freiwillige Fahrer haben sich für Kurierdienste gemeldet, erzählt der Ortsvorsteher weiter, trotz der Teilung des Ortes in Ober- und Unterbettringen und der Gemarkungsfläche von gesamt 1086 Hektar sei die Nachfrage seitens der Bevölkerung aber eher verhalten gewesen.

Ortsvorsteher Tickert begründet dies mit dem gut funktionierenden sozialen Miteinander im Ort, „Familien und Nachbarn kümmern sich um die älteren Mitbürger“. Carola Pflug und Monika Schneider blieben weiter rührig und organisierten ein Team zum Mund-Nase-Masken nähen, „in Bettringen wurden die ersten Masken im Gmünder Raum von Privatpersonen hergestellt und im Bezirksamt gegen eine Spende ausgegeben“, erzählt Tickert. Im Bezirksamt steht, wie in vielen Lokalen und Geschäften, eine Maskenbox bereit, wo die Masken gegen Spende mitgenommen werden können. Der Aufwand zum Nähen der knapp 3000 Masken sei enorm gewesen, „Stoff war zu bekommen, aber die Gummibänder stellten uns vor eine Herausforderung“, der Ortsvorsteher zeigt sich vom Engagement des Bürgervereins begeistert, „in der Krise hat der Verein ein markantes Zeichen gesetzt“. Die Mitarbeiterinnen des Bezirksamtes haben sich um die Koordination der Einkaufshilfen gekümmert und die Masken an kleinere Firmen vermittelt.

Die Bürger haben sich diszipliniert und verantwortungsvoll an die Vorschriften gehalten

Karl-Andreas Tickert,
Ortsvorsteher von Bettringen

Lockerungen jetzt nicht gefährden

Mit dem „Sorgentelefon“ haben Mitglieder des Elisabethenvereins der Einsamkeit und Isolation älterer Bürger oder Personen aus Risikogruppen den Kampf angesagt, für diese verantwortungsvolle Aufgabe haben sich etliche Freiwillige gemeldet, die aktiv bei Menschen anrufen, bei denen der Verdacht besteht, hier ist Gesprächsbedarf vorhanden. Über „seine“ Bettringer findet Ortsvorsteher Tickert lobende Worte, „die Bürger haben sich diszipliniert, verantwortungsvoll und vorbildlich an die gegebenen Vorschriften und Einschränkungen gehalten“. Die jetzigen Freiheiten seien aber kein Startschuss in ein „normales Leben“, Tickert bittet darum mit den jetzigen Freiheiten „verantwortungsvoll umzugehen, um diese Lockerungen nicht zu gefährden“. Den Gastronomiebetrieben, die „wichtig für unser gesellschaftliches Leben sind“, wünscht der Ortsvorsteher eine „baldige Erholung“. aro

© Gmünder Tagespost 22.05.2020 14:22
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