Bucks heile Welt

Seelen-Sachen

  • Gerlinde Buck Foto: Christian Käsmayr
„Ach Mäuschen. Du armes Ding.“

Jaaaa?

O nein. Jetzt fühlt man sich einmal angesprochen, pfeilgerade punktgenau abgeholt in seinem aktuellen Lebensgefühl, da wird man auf der Stelle bitter enttäuscht. Man war, wieder einmal, gar nicht gemeint. Die Geste des Mitgefühls galt jemand anderem. Schlimmer noch: etwas anderem. Irgendwelchen Klamotten, die leicht vom Bügel rutschen. Die hebt der Modedesigner Guido Maria Kretschmer immer stracks wieder auf, konkret und mental („Ach Mäuschen...“). Guido ist nämlich fest überzeugt, dass auch Kleider eine Seele haben. Deswegen spreche er mit ihnen, offenbarte er jüngst der Entertainerin Barbara Schöneberger.

Was auf den ersten Blick nach schwerer Nebenwirkung von Corona klingt, gehört für Guido zur Lebensart und ist auf den zweiten Blick sogar ziemlich clever. Zumindest ein genialer Trick, um Ordnung zu schaffen. Wer alles, was zu Hause rumfährt, in jeder Hinsicht auf eine höhere Ebene hebt, kriegt spielend die Bude aufgeräumt. Du arme Socke, musst nicht mehr Single sein (zum Strumpf unterm Sofa, den man aufklaubt und re-paart). Du bist sehr wohl zu etwas nütze (zur lommeligen Unterhose, die noch als Putzlumpen taugt). Du bist mein großer Beschützer (zum verhassten XXL-Schal, der jetzt als Super-Larve dient).

Und das Chaos? Ach Liebes, komm bitte bald wieder!
© Südwest Presse 23.05.2020 07:45
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