Heidenheim schnuppert an Aufstiegsrängen

Der FCH schlägt Wehen-Wiesbaden verdient mit 1:0 und pirscht sich an den VfB heran.
Der 1. FC Heidenheim hat sich erfolgreich für die 0:3-Niederlage am vergangenen Wochenende beim VfL Bochum rehabilitiert. Am Freitagabend gewann der FCH sein Zweitliga-Heimspiel gegen den SV Wehen-Wiesbaden mit 1:0. Damit rückt der Tabellenvierte vorerst mit 44 Zählern bis auf einen Punkt an den Rangdritten VfB Stuttgart und den Zweiten Hamburger SV (beide 45) heran, die beide am Sonntag spielen.

Heidenheims Trainer Frank Schmidt hatte vor der Begegnung eine Reaktion seiner Schützlinge nach der Bochum-Pleite gefordert – er bekam sie. Der FCH zeigte in einer intensiv geführten Partie vor leeren Rängen alles in allem eine gute Leistung, übernahm nach einer Viertelstunde klar das Kommando, kam aber erst nach der Pause so richtig in Schwung.

Der eingewechselte Tobias Mohr, Winterzugang aus Fürth, war kaum zehn Minuten auf dem Feld, als er das Spiel entschied. Mohr zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern ins Tor. Das erlösende 1:0 für den FCH nach 70. Minuten. Niklas Dorsch und Robert Leipertz hatten den zweiten Treffer für die Hausherren auf dem Fuß, scheiterten aber jeweils an Wehens gutem Schlussmann Heinz Lindner.

Ausgleich zurückgenommen

Aufsteiger Wehen, der am vergangenen Sonntag immerhin den VfB geschlagen hatte, verkaufte sich teuer, wehrte sich nach Kräften, blieb am Ende aber offensiv zu harmlos. Und hatte zudem in einer entscheidenden Situation Pech: Denn der überraschende 1:1-Ausgleich, Törles Knöll traf aus 20 Metern, zählte nicht – weil ein Gästeakteur bei dem Schuss im Abseits stand und FCH-Keeper Kevin Müller die Sicht nahm, wie der Videoschiedsrichter feststellte (80.).

Am Ende stand ein auch angesichts der spielerischen Überlegenheit rundum verdienter Erfolg der Heidenheimer. Ein Sieg, der dem Klub in den verbleibenden sieben Saisonspielen durchaus alle Möglichkeiten im Aufstiegsrennen lässt. Am Mittwoch gastiert der FCH auf St.Pauli.

Kein Wunder also, dass FCH-Coach Frank Schmidt nach dem Spiel zufrieden war. „Wie erwartet mussten wir gegen diesen Gegner geduldig sein. Es war schwer heute. Der Sieg sollte uns Selbstvertrauen geben.“ Das Wort Aufstieg kam Schmidt nicht über die Lippen. Das Spiel des VfB Stuttgart in Kiel am Sonntag zum Beispiel nehme er mit Interesse zur Kenntnis, mehr aber auch nicht. Also wiederholte Schmidt sein bekanntes Credo: „Wir schauen erstmal auf uns und unsere Leistung.“ Carsten Muth
© Südwest Presse 23.05.2020 07:45
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