Mit gesundem Menschenverstand agieren

Nach langen Wochen der Einschränkungen, Schließungen und Kontaktsperren ist jetzt die Zeit der „Wende“ gekommen“.
  • Außenbewirtschaftung mit viel Abstand der Cafébesucher auf dem Johannisplatz – Handel und Gewerbe in der Stadt Schwäbisch Gmünd dürfen schrittweise zur Normalität zurückkehren. Foto: aro
  • Der Marienbrunnen auf dem Marktplatz. Foto: aro
  • Die Johanniskirche in Gmünd. Foto: aro

Schwäbisch Gmünd. Mit „Gmünd HILFT“ spannte die Stadt Schwäbisch Gmünd zu Beginn der Corona-Pandemie zügig einen Rettungsschirm auf, um Seniorinnen und Senioren, alleinstehende und einsame Menschen, Menschen in häuslicher Quarantäne in allen Stadtteilen zu unterstützen. Jetzt gehen die Fallzahlen im Ostalbkreis zurück, dies zeuge von einer guten Politik des Landkreises, der Städte und Gemeinden, sagt Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold. Alle Entscheidungsträger hätten zu jeder Zeit schnell reagiert und sich der jeweiligen Situation angepasst.

Weitere Öffnungen gefordert

Auch die Gmünder Bürger haben viele Belastungen, allen voran Familien und Kinder, ertragen müssen, dessen ist sich der Oberbürgermeister im Klaren. Jetzt sei die Zeit der Wende gekommen, „jetzt müssen weitreichende Öffnungen in allen Bereichen erfolgen“, mahnt Arnold an. Kindergärten und Schulen müssten sofort geöffnet werden, mit der von der Landesregierung verordneten 50 Prozent Regelung bei der Kinderbetreuung zeigt sich der Rathauschef nicht zufrieden. Die Stadt Gmünd habe bei der stufenweisen Rückkehr zur regulären Kinderbetreuung den Fokus auf die Vorschulkinder gesetzt, der daraus entstandenen „Ungerechtigkeit“ anderen Eltern gegenüber ist sich Arnold bewusst. Unumgänglich sei es auch, all die Kinder „aufzufangen“, die von häuslicher Seite keinen geregelten Tagesablauf kennen.

Arnolds Drängen nach „Öffnung und Normalität“ unter Einhaltung von Sicherheits- und Hygienemaßnahmen könne mit den Gmünder Bürgern gut funktionieren. Die Bevölkerung habe sich in der Vergangenheit als zuverlässig, eigenständig und verantwortungsbewusst gezeigt. Die Bürgerschaft habe sich mit dem gebotenen Respekt der Situation gestellt.

Gmünd brauche jetzt wieder „Luft zum Atmen“, es werde Zeit das sich in der Stadt wieder Freude und Genuss durch Kulturveranstaltungen, Vereinsleben und Festen ausbreiten. Die von der Landesregierung „über Nacht“ herausgegebenen „klaren Anweisungen“ finden nicht die bedingungslose Zustimmung des Gmünder Oberbürgermeisters: „Wir wissen, wie wir sinnvoll und richtig handeln“.

Pläne für Bäder und Kultur

Die Aussicht auf eine Öffnung der Freibäder stehe in Stuttgart noch nicht auf der Agenda, diese Öffnung muss zu den Pfingstferien erfolgen, die Pläne für einen Badebetrieb der Gmünder Bäder unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften liegen bereits in den Schubladen, „Gmünd ist vorbereitet.“

Ein weiterer Punkt liegt OB Arnold auf dem Herzen, die derzeitigen Verordnungen kommen für Kleinkunst und Solokünstlern „nahezu einem Berufsverbot gleich“. Eine staatliche Hilfestellung für diese Personengruppen sei derzeit nicht zu erwarten. „Kultur ist die Seele einer Stadt“, meint Arnold und informiert darüber, dass Markus Herrmann von der Gmünder Touristik und Marketing GmbH derzeit einen Plan ausarbeite, um den Künstlern wieder Auftritte zu ermöglichen. Mit dem „gesunden Menschenverstand der Gmünder Bürger“, lassen sich alle Pläne und Wünsche der Stadtverwaltung problemlos umsetzen. aro

Eine Gmünder Erfolgsgeschichte

Schwäbisch Gmünd. Zufrieden und stolz zeigt sich Gmünds erster Bürgermeister Dr. Joachim Bläse über den Verlauf und das erfolgreiche Zurückdrängen des Covid-19 Virus in der Stadt Schwäbisch Gmünd. Die drastisch gesunkenen Zahlen an erkrankten Personen sind für den Sozialbürgermeister eine „Erfolgsgeschichte“, die beweise, dass sich die Zivilgesellschaft der Stadtgemeinschaft und die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem staatlich verordneten Maßnahmenkatalog den Herausforderungen der Krise gestellt und sie gemeistert haben.

Mitverantwortlich für die gute Krisenbewältigung sei die herausragende Arbeit des Landrats, des Gesundheitsamtes sowie der Pflegekräfte und Kliniken. Besonders beeindruckt zeigt sich Bläse vom Engagement des Projekts „Gmünd HILFT“, das zügig nach Ausbruch der Pandemie ins Leben gerufen wurde, innerhalb kürzester Zeit wurde aus der „kleinen Kampagne ein flächendeckendes Netzwerk der Hilfe in allen Situationen.“

Die sich nun einstellenden Erfolge zeigen nun eindeutig, nach der, von den Mitbürger gezeigten Akzeptanz und dem Einhalten der verordneten Maßnahmen, dass man nun „zu Recht über Öffnungen sprechen“ müsse. Bläse verweist aber mit Blick in die Zukunft darauf, immer eines im Auge zu behalten: „Meine persönliche Freiheit endet dort, wo ich Andere gefährde.“ Auch bei weiteren Lockerungen der Verordnungen ist es unumgänglich weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Bei aller Freude über das Erreichte ist sich Bläse aber sicher, es werden wieder neue Fälle auftreten, Angst vor einer unkontrollierten „Welle“ zeigt der erste Bürgermeister aber nicht. Durch Maßnahmen, durch die eventuelle Infektionsketten nachvollziehbar werden, ist man in der Lage schnell zu reagieren.

Das Netzwerk „Gmünd HILFT“

Der Dreh- und Angelpunkt des bürgerschaftlich-sozialen Netzwerks „Gmünd HILFT“ ist das Amt für Familie und Soziales mit seinen Mitarbeitern. Alle Bezirksämter sind dem Netzwerk angeschlossen, die „Herzenswege“ sind als Helfer ebenso dabei wie Mitarbeiter des ESF-Projekts BIWAQ. Das DRK Gmünd ist von Anfang an dabei, viele ehrenamtliche Mitstreiter haben sich engagiert, das Canisius-Beratungsteam bietet unter Telefon (07171) 180820 oder 180819 ein kostenloses Beratungsangebot.

Die Kontaktdaten von „Gmünd HILFT“, Telefon (07171) 603-5030 oder (07171) 3506-32, oder direkt bei den entsprechenden Bezirksämtern oder Stadtteilbüros.

Seit vergangenem Montag finden Gmünder Dienstleister, Gastronomen und Händler im neuen ServicePunkt in der Gmünder Hofstatt 5 jeweils montags von 8 bis 10 Uhr und von 13 bis 16 Uhr, sowie donnerstags von 8 bis 10 Uhr Hilfe und Unterstützung bei Unklarheiten, Problemen und Fragen.

Der ServicePunkt ist mit Simone Klaus vom Gmünder Handels- und Gewerbeverein und Carmen Bäuml von ProGmünd besetzt. aro

© Gmünder Tagespost 29.05.2020 15:51
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