Gedanken machen

Reaktion auf den Leserbrief von F. Gabath vom 30. Mai:

Sehr geehrte Damen und Herren, schade, dass Herr Gabath offensichtlich lediglich nur eins und eins zusammenzählen kann. Das Thema des Gastrechts für Flüchtlinge und Verhaltensweisen in einem fremden Land unter Fluchtbedingungen ist weitaus komplexer und verlangt eine umfassendere Betrachtungsweise, als die, die uns Herr Gabath vorstellt. Diese egozentrische Betrachtungs- und Denkweise kann nur Fronten verhärten und schließt einvernehmliche Lösungen aus.
In seinen Ausführungen unterstellt er der Mehrheit der Flüchtlinge zudem, dass sie sich unberechtigt bereichern, Vorteile genießen, die ihnen nicht zustehen und sich unberechtigter Weise überhaupt hier befinden. Daher seine Forderung, dass sie alle Unkosten zu bezahlen hätten, die durch sie entstanden sind. Kein Wort über die Ursachen der Flucht und über das Elend, das große Volksmassen überall auf der Welt ertragen müssen.
Jeder, der sich ernsthaft Gedanken macht, findet leider genügend Gründe, die eine Flucht rechtfertigen kann. Es müssen viel mehr Anstrengungen der besitzenden, weltregierenden Staaten und Banken unternommen werden, um die Ursachen der Flucht nachhaltig zu bekämpfen.
Jahrhunderte lange Profitmaximierung durch Ausbeutung von Natur, Rohstoffen und der Menschen (...) und die beschleunigte Veränderung des Weltklimas durch den Raubbau der Industriestaaten sind die wichtigsten Gründe für Flucht, Unterdrückung, drohende und reale Ausrottung der Bevölkerung.
Ich kann schon verstehen, dass Herr Gabath (wie auch einige andere Leserbriefschreiber) sich von der AfD oder Rechtsradikalem abgrenzen möchten. Offensichtlich fällt ihm selbst auf, dass seine Aussagen in diese Richtung gehen. Ja, es ist Methode der AfD, rechtskonservativer und faschistischer Kreise sich populistischer, primitiver, chauvinistischer, menschen- und frauenverachtender Stammtisch Parolen zu bedienen und eine rassistische, chauvinistische, sowie nationalistische Stimmung zu befördern. (...)

© Gmünder Tagespost 05.06.2020 21:38
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Hallo Herr Radmacher,

Sie schreiben: "Das Thema des Gastrechts (bei uns in Deutschland) für Flüchtlinge und deren Verhaltensweisen in einem fremden Land ist weitaus komplexer" und Sie verlangen eine weitaus umfassendere, geänderte Betrachtungsweise? 

Laut Wikipedia wird Gastrecht in Deutschland so formuliert:

"Das Gastrecht ist die befristete und widerrufliche Berechtigung, als Besucher in einer anderen als seiner eigenen Umgebung, besonders in einem Personenkreis, zu dem er nicht fest gehört, zu bestimmten Zwecken vorübergehend anwesend zu sein und die Gastfreundschaft anderer in Anspruch zu nehmen.[1]as Gastrecht beruht auf Freiwilligkeit und begründet keine klagbaren Ansprüche im juristischen Sinn. oder die vorübergehende Duldung Nichtsesshafter an einem bestimmten Ort.[3"

Es geht um vorübergehende Aufnahme auf Freiwilligkeit. Aus dem Gastrecht eine Sesshaftigkeit zu machen, mit Anspruch auf alle Sozialleistungen ist im Grundgesetz, bisher, nicht vorgesehen. Und so sollte es auch bleiben. 

Auch wenn SIE, wir wir alle, mit der Welt mitleiden: Deutschland kann nicht die ganze Welt aufnehmen, ihnen Arbeitsplätze verschaffen (die es nicht gibt), Menschen aus "Gastfreundschaft" mit Sozialleistungen auf Jahre hinweg versorgen. Besonders da durch die Conora-Krise die Arbeitslosenzahlen bis zum Ende des Jahres in die Höhe schnellen werden. 

Die Menschen, die es bis nach Deutschland geschafft haben, haben ein Gastrecht, sie sind Besucher. Und, Herr Radmacher, solange Sie da sind müssen DIESE Menschen sich UNS anpassen und verlangt nicht, wie SIE schreiben, speziell für diese Menschen von UNS eine "umfassendere Betrachtungsweise.

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