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Zum Artikel Grundschulen und Kitas öffnen für alle Kinder

Grundlage dieser Öffnungen sind die Ergebnisse einer Studie von den vier Universitätskliniken des Landes. Diese gelten nicht nur für das Land Baden-Württemberg als Grundlage, sondern für viele andere Bundesländer. Zwar wurde die Studie anhand einer großen Zahl von Menschen durchgeführt, aber das Ergebnis steht meines Erachtens auf wackeligen Beinen, wenn man betrachtet, dass zu dieser Zeit überall Lockdown herrschte. So muss man ja automatisch zu dem Schluss kommen, dass Kinder deutlich seltener an Covid-19 erkranken als Erwachsene. Wo sollten sie sich denn infizieren? Wesentlich aussagekräftiger hingegen sind die aus Schweden vorliegenden Antikörperstudien, da es in den Kitas und Grundschulen keinen Lockdown gab, lediglich in den Oberschulen. So hatten jüngere Kinder eine gleich große Chance sich zu infizieren. Eine Erkenntnis hieraus ist, dass sich Kinder im Alter von 0-19 Jahren sogar häufiger angesteckt hatten als Erwachsene in der Altersgruppe bis 64 Jahre. Dass Kitas und Grundschulen wieder öffnen müssen, ist unumgänglich. Es wäre aber eine sorgfältige und wachsame Vorgehensweise notwendig, in die alle betroffenen wissenschaftlichen Bereiche mit Verantwortlichen von Eltern- und Lehrervertretungen einbezogen werden.

© Gmünder Tagespost 22.06.2020 22:27
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Kommentare

In my humble opinion

Sie sprechen da einen Punkt an, der mich auch schon umtreibt. Langsam verdichten sich die ( gesicherten ) Erkenntnisse über die Wirkungsweise des Sars-CoV-2-Virus, aber noch gibt es mehr oder weniger große Lücken des Wissens.

Gesichert ist wohl, dass das Virus nach der Infektion in den Tagen vor den ersten Symptomen bis kurz danach sehr ansteckend ist, was die Ausbreitung ( ohne Abstand, ohne Maske, ohne Hygiene ) ausgesprochen befördert.

Es scheint so zu sein, dass die Viruslast einer Einzelperson nicht unbedingt mit der Verbreitung durch diese Person korreliert, das hängt wohl von persönlichen Eigenheiten beim Atmen und Sprechen ab, schätze ich.

Kinder scheinen eine ebenso hohe Viruslast tragen zu können wie Erwachsene.

Kinder erkranken wohl weniger schwer an Covid-19 als Erwachsene.

Es scheint aber zu sein, dass die schweren Krankheitsfälle durch das körpereigene Immunsystem verursacht werden ( was ich so glaube, verstanden zu haben ), dass das Immunsystem in der Abwehr des Virus übers Ziel hinaus schießt und den eigenen Körper angreift.

Offensichtlich ist das kindliche ( vorpubertäre ) Immunsystem anders eingestellt als das Immunsystem im späteren Alter, wenn dann noch individuelle, alters(un)abhängige Faktoren des Immunsystems dazukommen, ist die Lage schwierig zu entwirren.

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