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Hamstern war gestern - Kaufen & leben wir in der Krise anders?

Wie verändert der Corona-Virus die Einkaufsgewohnheiten?

Hamsterkäufe von Nudeln und Konserven in Deutschland, von Olivenöl und Wein in Italien. Mitte März, am Anfang der Krise, zeigten die Menschen spontanes und angstgetriebenes Verhalten, das Sicherheit versprach. Seit drei Monaten verändert das Virus jedoch das Kaufverhalten und die Entscheidungen der Menschen in Deutschland konstant nachhaltig. Experten des GfK Instituts erkennen prinzipielle Sorge gegenüber der finanziellen Zukunft, es wird seit März nur mit Bedacht Geld ausgegeben. Besonders die Branche Reise und Tourismus leidet stark. Für viele europäische Länder sind die Reisewarnungen seit Mitte Juni aufgehoben, langfristig lassen sich die Einbußen schwer abschätzen. Auch das Einkaufen von Schuhen und Accessoires erfolgt vorsichtig. Christina Tönniges, Gfk Expertin der Studie, die in 30 Ländern erhoben wird, sieht aber Zuwächse bei Spielzeug und Sportartikeln. Diese könnten als kleine Gewinner aus der Krise hervorgehen. Bei Lebensmitteln achten die Menschen verstärkt auf gesunde Lebensmittel, weniger Süßigkeiten, Chips, Alkohol und Softdrinks. Die Vorstellung, der Krankheit mit einem gesunden Lebensstil entgegenwirken zu können, wirkt offensichtlich, so der GfK Consumer Price Panel in Österreich.

Ist ein grundsätzlicher Wandel im Verhalten und Denken erkennbar?

Da die Situation für jeden neu und schnelllebig eingetreten ist, haben sich auch die Einstellungen und Verhaltensweisen unglaublich rasch geändert. Während die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit vor der Krise beispielsweise in Österreich höchste Priorität besaßen, hat sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit während der Krise auf Corona, Wirtschaftsrezession und Arbeitslosigkeit verschoben.

Soziale Kontakte wurden zunehmend virtuell gepflegt, es wurde mehr gekocht, Bücher gelesen und ferngesehen. Ob dieser Rückzug ins Private langfristig anhält, wird sich im Laufe der Lockerungen nach und nach zeigen und ist derzeit nicht klar erkennbar.

Auswirkungen der Krise auf kleine Fachgeschäfte & Einkaufszentren

Kleine Händler ohne Internet-Standbein werden es in Zukunft schwer haben, vermutet E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Der Online-Handel wird seiner Ansicht nach auch langfristig von der Krise profitieren. Wer diesen Vertriebsweg in der Vergangenheit verpasst hat, steht großen Herausforderungen gegenüber, das vermutet auch Kai Hudetz, Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH).

Erfolgreicher Restart in Gastgewerbe und Veranstaltungsbranche?

Der Umsatz und die Zahl der Beschäftigten ist im Gastgewerbe und der Veranstaltungsbranche mit Beginn der Corona-Pandemie massiv eingebrochen. Und auch der Restart mit Vorschriften, Hygiene-Konzepten und Administrationsaufwand gestaltet sich langsam und aufwendig. Die langfristigen Entwicklungen für diese Branche sind zum derzeitigen Zeitpunkt schwer abzusehen. Denn auch die Regelungen zur Umsetzung der Lockerungen in der Gastronomie sind je nach Bundesland unterschiedlich.

Hochzeiten, Konzerte und Veranstaltungen

Auch das mondäne Hochzeit-Feiern im großen Kreis oder die Junggesellen-Feier zukünftiger Bräute und Blumenkränzen an der Bar, ist eine diffizile Angelegenheit und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Die Schließung von Bars und Veranstaltungsräumen für private Feiern traf dabei nicht nur die Gastronomie. Auch Händler für Brautmoden oder für Accessoires für den Junggesellenabschied berichten von massiven Umsatzeinbrüchen im April. JGA-Feiern fanden stattdessen online im Video-Chat, wodurch viele Feiernde auf JGA-Shirts für Frauen und Männer verzichteten.

Kleinere Veranstaltungen unter 50 Personen, in manchen Regionen bis zu 150 oder sogar 1000 sind nun wieder denkbar. Der DEHOGA Bundesverband hat eine Liste mit allen Vorgaben zu den verschiedenen Punkten wie Einschränkungen der Öffnungszeiten und Kapazitätsbegrenzungen zusammengefasst. Auch der eigens dafür eingerichteten Corona-Infoseite erfahren Gastronomen, was für die Wiedereröffnung wichtig ist.

Bild: unsplash.com

© Gmünder Tagespost 26.06.2020 13:47
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