„Kader muss verbessert werden“

Fußball, 2. Bundesliga Der VfB Stuttgart kehrt in die Bundesliga zurück. Das sagen Experten von der Ostalb zum Aufstieg.
  • Bewegender Abschied: Nach 230 Pflichtspielen für den VfB Stuttgart hat Mario Gomez seine Karriere beendet. Im letzten Spiel gelang ihm noch sein 110. Treffer für die Roten. Und wie geht’s weiter? Kehrt der 34-Jährige in einer anderen Funktion zum VfB zurück? „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie mich immer anrufen können. Aber nicht in den nächsten vier Monaten. Die gehören mir und meiner Familie“, sagt Gomez. Denn: „Ich werde abschalten und das Gefühl dafür erfahren wollen, was ich vermisse, was ich will, welche Rolle ich mir vorstellen kann.“

Benjamin Bilger, Trainer TSG Hofherrnweiler: „Es war eine durchwachsene Leistung des VfB Stuttgart in der abgelaufenen Saison. Der VfB soll froh sein, dass er den direkten Aufstieg noch irgendwie geschafft hat. Wenn die Konkurrenten wie Heidenheim und der HSV nicht auch große Schwankungen in ihren Spielen gehabt hätten, wäre der Aufstiegszug schon früh ohne den VfB abgefahren. Der VfB kann sich nicht auf dieser Leistung ausruhen – sonst spielen sie in der kommenden Saison ganz klar wieder gegen den Abstieg. Der Kader muss einfach verbessert werden. Ob der VfB den Klassenerhalt packt, muss man noch abwarten: Wie rüsten die anderen Teams auf, wie kommt man in die Runde rein ...“

Martin Göhringer, Vorsitzender VfB-Fanclub Remswelle Essingen: „Die Saison war ein Auf und Ab. Die Liga fand ich dieses Jahr nicht so stark wie beim letzten Mal, als der VfB in der 2. Bundesliga war. Wataru Endo und Nicolás González waren recht stark. Der Rest war aber eher Durchschnitt. Für die kommende Saison würde ich im Tor, im Mittelfeld und vor allem im Sturm nachrüsten. Wenn auf diesen angesprochenen Positionen Spieler verpflichtet werden, glaube ich daran, dass der Klassenerhalt gelingt. Persönlich wünsche ich mir, dass man beim VfB auch mal am Trainer festhält, wenn es nicht ganz so gut läuft.“

Sepp Schill, Koordinator bei den Sportfreunden Dorfmerkingen: „Keine Mannschaft hat mich so richtig überzeugt. Mit dem Kader, den der VfB zusammengestellt hat und mit den Gehältern der Spieler, sollten sie eigentlich schon längst Meister sein. Der VfB war etwas konstanter als die Verfolger Heidenheim und der HSV. Aber überzeugend waren die Stuttgarter in der abgelaufenen Saison überhaupt nicht. Verbesserungsbedarf für die 1. Bundesliga gibt es bei der Kaderzusammenstellung. Diese gefällt mir überhaupt nicht. Verbesserungsbedarf gibt es im gesamten Kollektiv. Für die Region und ganz Baden-Württemberg wäre es optimal wenn der VfB in der 1. Bundesliga bleibt. Doch mit der aktuellen Mannschaft bin ich sehr skeptisch.“

Harald Ranzinger, Vorsitzender VfB-Fanclub Rot-Weiß 99 Hirschmühle: „Mein Saisonfazit fällt dank Heidenheim glücklich aus. Das muss man einfach so sehen. Beim VfB muss sich einiges tun. Offensiv müssen Verstärkungen her. In Sasa Kalajdzic habe ich große Hoffnungen. Obwohl er zwei Meter groß ist, macht er einen beweglichen Eindruck am Ball. Eines darf man bei Trainer Pellegrino Matarazzo nicht vergessen: Die Vorbereitung wurde mit Ex-Trainer Tim Walter absolviert. Ich finde es nicht schlecht, wenn sie den Weg einschlagen und sagen: Man hält am Trainer fest, auch wenn es mal schlecht läuft. Es ist zu einfach, wenn man den Trainer nach fünf, sechs schlechteren Spielen gleich entlässt.“

© Gmünder Tagespost 29.06.2020 18:06
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