Sommerferien: Wo die Staugefahr im Land liegt

Tipps vom ADAC, um Stau-Hotspots auszuweichen und wieso das Staurisiko am Sonntag am höchsten ist.

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An diesem Donnerstag beginnen in Baden-Württemberg die Sommerferien - und somit auch die Staugefahr auf den Autobahnen. Der ADAC Württemberg rechnet am ersten Ferienwochenende im Land mit einem im Vergleich zum Vorjahr insgesamt geringeren Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen.

Ursache dafür: das geänderte Urlaubsverhalten aufgrund der Corona-Pandemie. „Autofahrer in Baden-Württemberg müssen sich dennoch an den bekannten Nadelöhren auf zähfließenden Verkehr einstellen“, sagt Holger Bach, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg. 

Sonntag mit größter Staubelastung

Die Reisewelle für den Sommerurlaub setzt ab Freitagmittag auf den Autobahnen in Baden-Württemberg ein. Diesen Tipp hat der ADAC für alle, die am Wochenende los wollen:  am Freitag vor 10 Uhr oder nach 18 Uhr sowie am Samstag vor 8 Uhr oder nach 16 Uhr die besten Chancen, zumindest den größten Staus zu entgehen. 

Der Sonntag dürfte durch Kurzurlauber und zahlreiche Autofahrer, die zu Tagesausflügen unterwegs sind, der stauträchtigste Tag des Wochenendes werden. Ab 11 Uhr steigt die Belastung auf den Straßen und wird auch am Abend aufgrund des Rückreiseverkehrs erst am Abend ab 19 Uhr geringer.
„Zeitlich flexible Urlauber sollten am Montag oder Dienstag in der ersten Ferienwoche starten“, empfiehlt Verkehrsexperte Bach. Ab Mittwoch wird bereits die zweite Reisewelle beginnen, die deutlich stärker ausfallen könnte als am ersten Ferienwochenende.

Corona verändert das Reiseverhalten

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich auch auf den Straßen. Nach einer Auswertung der ADAC Verkehrsdatenbank ist der Reiseverkehr an den vergangenen Ferienwochenenden deutlich unter dem Niveau des Vorjahres geblieben. Hier gab es 20 bis 30 Prozent weniger Staus auf den Autobahnen als 2019.

Die Fahrt an den Bodensee oder zum Wandern in den Schwarzwald kann langwieriger werden. „Viele Deutsche verzichten in der Corona-Krise auf Fernreisen mit dem Flugzeug und weite Autofahrten“, sagt ADAC Experte Bach. „Sie wollen den Urlaub lieber in der Heimat verbringen oder beschränken sich auf Tagesausflüge.“

Staufaktor: Baustelle

Die A6 zwischen Kreuz Walldorf und Kreuz Weinsberg zählt zu den besonders staugefährdeten Autobahnabschnitten in Baden-Württemberg. Mehrere Baustellen mit gesperrten Fahrstreifen könnten dort für größere Verzögerungen sorgen.

Rückstaus bei hohem Verkehrsaufkommen drohen auf der A5 an den Autobahnkreuzen Karlsruhe und Walldorf sowie an den dazwischen liegenden Baustellen. Dort bremsen drei Baustellen – bei Bruchsal, Kronau und St. Leon-Rot – den Verkehr aus.

Die A7 ist zwischen Dinkelsbühl/ Fichtenau und Ellwangen von Sanierungsarbeiten am Virngrundtunnel betroffen. Die Weströhre soll erst im Oktober 2020 fertiggestellt sein. Autofahrer müssen auf die bereits sanierte Oströhre des Tunnels ausweichen, wo nur ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung zur Verfügung steht.

Auf der A8 sollten sich Reisende zwischen Dreieck Karlsruhe und Dreieck Leonberg auf Staus einstellen.

Staugefährdete Strecken in Süddeutschland

A5 Karlsruhe – Basel
A6  Mannheim – Nürnberg
A7  Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
A8  Stuttgart – München – Salzburg
A9  Nürnberg – München
A81  Stuttgart – Singen
A93  Inntaldreieck – Kufstein
A95/B2  München – Garmisch-Partenkirchen
A96  München – Lindau
 A99  Umfahrung München

Baustellen in Baden-Württemberg mit Staugefahr (in beiden Richtungen)

A5 Karlsruhe – Basel zwischen Rastatt-Nord und Raststätte Baden-Baden
A5 Heidelberg – Karlsruhe zwischen Kreuz Walldorf und Kronau sowie zwischen Bruchsal und Karlsruhe Nord
A6 Heilbronn – Nürnberg zwischen Heilbronn/Neckarsulm und Kreuz Weinsberg
A6 Heilbronn – Mannheim zwischen Heilbronn/Untereisesheim und Bad Rappenau sowie zwischen Sinsheim und Wiesloch/Rauenberg
A7 Ulm – Würzburg zwischen Ellwangen und Dinkelsbühl/Fichtenau (Baustelle Virngrundtunnel)
A8 Stuttgart – München zwischen Wendlingen und Esslingen
A8 Karlsruhe – Stuttgart zwischen Karlsruhe und Karlsbad

© Gmünder Tagespost 28.07.2020 07:15
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