Lesermeinung

Stellungnahmen schaffen wenig Vertrauen

Zum Corona-Ausbruch in Schwäbisch Gmünd:

Am 29. Juli äußerst sich erstmals Emin Cakmak, Vorsitzender der DITIB-Gemeinde Schwäbisch Gmünd, in der GT zum Corona-Ausbruch, welcher laut Medienberichten auf eine Trauerfeier im Umfeld der Gmünder Moschee im Becherlehen zurückgeführt werden soll. Dieser Äußerung ging eine Pressemitteilung auf der Website der Moscheegemeinde voran. Beide Mitteilungen waren wichtig, weil viele Gmünder – wie ich – derzeit in häuslicher Isolation sitzen und mit Recht fragen: Warum? Für Kinder ist diese Situation doppelt schwierig, viele sind traurig, denn es sind Ferien. So mancher Papa oder Mama ist infiziert. Freunde kommen nicht mehr zu Besuch. Vor einem Haus wird geschrien: M. hat Corona! M. hat Corona! M. hat Corona! Klein M. weint und schließt den Vorhang. Wer trägt die Schuld?

Für die Betroffenen ist es vermutlich müßig, nach dem Ausgangspunkt des Virus, der „Indexperson“ zu fragen. Vielmehr interessiert das räumliche Umfeld, in welchem die massive Ausbreitung des Virus erst möglich geworden ist. Und wir alle wissen: Verstöße gegen die Hygienevorschriften können passieren. Überall.

Dennoch schafft es wenig Vertrauen, wenn in den offiziellen Stellungnahmen innerhalb nur weniger Tage aus einer „Familienfeier“ ein „Gebet im Freien auf dem Parkplatz, etwa 100 Personen, mit anschließender Feier auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof“ und mittlerweile – heute in der GT („Opferfest in Moscheen abgesagt“) – nur mehr eine „Trauerfeier in privaten Räumlichkeiten“ geworden ist. Der Ball der Verantwortung ist so ganz der Familie des Verstorbenen zugespielt worden. Außerdem, so die Pressemitteilung der DITIB, soll der Verstorbene gar kein Mitglied der Gemeinde gewesen sein. Welcher ist der wahre Zweck dieser Information?

Auch wenn Gebete abgesagt werden müssen, erhoffen wir für alle Erkrankten schnelle Genesung und allen muslimischen Mitbürgern ein gesegnetes Fest.


© Gmünder Tagespost 31.07.2020 20:26
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Kommentare

Karin Hofmann

Hallo, 

"Stellungnahmen schaffen wenig Vertrauen". Das ist richtig. 

Worüber ich nachdenke: Bisher sind keine Conora-Fälle in einer katholischen/evangelischen Kirche bekannt. Jeder Gläubige akzeptiert die Regeln, die die Kirchen einhalten MÜSSEN. Alle Regeln werden, bedingt durch "Aufsicht" und Akzeptanz der Gefahr, eingehalten.

Das Problem sind Kirchen, (freikirchlich,, DITIB...) die vorgeschriebene Regeln missachten im Gottesglauben: "Unser Gott beschützt uns und wir können alles tun, unser Gott macht uns stark". Ob in oder vor der Kirche. Das ist eine grosse Gefahr und diese Kirchen sollten dann auch zur Rechenschaft gezogen werden warum sie das zuliessen und weiterhin zulassen werden: Kein Sicherheitsabstand, zuviel Personen in einem Raum, ohne Mundschutz, Die Familie des Verstorbenen trägt einen grossen Anteil am Infektionsgeschehen: Sie hat eingeladen zu einer "Grossbeerdigung".

...und immer im Glauben: Unser  Gott beschützt uns.

Ich sehe darin eine Gefahr, die zur 2.Welle beitragen wird.

 

 

 

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