Gesundheitsämter fürchten zweite Corona-Welle

Ärzte schlagen Alarm, weil die Behörden nicht genug Personal haben. Drei Regionen in Spanien sind jetzt formell Risikogebiete.
  • Nicht nur in Frankreich nehmen die Menschen die Corona-Auflagen zunehmend lockerer. Auch in Deutschland schwindet die Disziplin. Die Gesundheitsämter fürchten sich vor einer zweiten Welle. Foto: Bob Edme/AP/dpa
Eine Häufung lokaler Corona-Hotspots beunruhigt Gesundheitsexperten und in die Wirtschaft. Das Robert Koch-Institut (RKI) befürchtet wegen Nachlässigkeit bei den Verhaltensregeln eine Trendumkehr in Deutschland.

Die Gesundheitsämter warnen davor, dass sie die Suche nach Infektionsherden bald nicht mehr leisten können. „Für eine zweite Pandemie-Welle sind die Gesundheitsämter viel zu knapp besetzt“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der Funke Mediengruppe. „Mit den steigenden Infektionszahlen rollt ein riesiges Problem auf uns zu.“

Mit einer zweiten größeren Welle an Corona-Infektionen rechnen laut aktuellem ZDF-„Politbarometer“ mehr als drei Viertel der Deutschen (77 Prozent), 20 Prozent erwarten dies nicht. Zudem äußerten 51 Prozent die Ansicht, dass die Menschen sich in der Corona-Krise „eher unvernünftig“ verhalten.

In Schleswig-Holstein gibt es wegen eines lokalen Ausbruchs weitere Gegenmaßnahmen. Die Kreisstadt Heide führte am Freitag früher als geplant Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum ein. Im nahen Tourismusort Büsum müssen Menschen in der Fußgängerzone eine Maske tragen. Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, forderte harte Strafen bei Versammlungen, die nicht den Corona-Regeln entsprechen, etwa für Teilnehmer illegaler Partys.

In Europa kämpfen Spanien, Großbritannien und Frankreich gegen wieder ansteigende Infektionszahlen. Das Auswärtige Amt gab eine formelle Reisewarnung für drei Regionen aus: Katalonien mit Barcelona und die Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und die Kanaren.

In Großbritannien stoppte Premierminister Boris Johnson weitere Lockerungen der Corona-Regeln. In Frankreich können Kommunen nun das Tragen von Gesichtsmasken im Freien vorschreiben. Lille und einige Urlaubsorte machten bereits davon Gebrauch. dpa
© Südwest Presse 01.08.2020 07:45
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