Querpass

Dicker Fisch an der Angel

  • über Horst Hrubeschs Rückkehr zum HSV Foto: Gerold Knehr
Als Fußball-Rentner und Hobby-Angler hatte Horst Hrubesch in den letzten eineinhalb Jahren viel Zeit und Muße, um abzuwarten, bis ein dicker Fisch anbeißt. Jetzt hat das frühere „Kopfball-Ungeheuer“ selbst zugebissen.

Viele Jahre lang hat sein früherer Verein, der Hamburger SV, vergeblich um Hrubeschs Dienste geworben. Die chronischen Kabalen bei den Hanseaten missfielen dem gradlinigen Hrubesch. Mehrere Präsidenten und Vorstandsbosse holten sich bei ihm einen Korb. Jetzt sagte der 69-Jährige zu – und wird sich ab sofort und auf unbestimmte Zeit als Nachwuchsdirektor um die jungen Fußballer der Hanseaten kümmern.

Der HSV ist wie auch der VfB Stuttgart einer jener Vereine, die mit großem Aufwand Jugendarbeit betreiben, aber im Aktivenbereich nur ungenügend von dieser Aufbauarbeit profitieren. Jonathan Tah und Shkodran Mustafi sind nur zwei Beispiele früherer HSV-Jugendspieler, die erst nach ihrem Weggang und bei anderen Klubs zu Nationalspielern reiften.

Hrubesch will nun dafür sorgen, dass die Nachwuchsarbeit künftig Früchte bringt. Für die Führung des Traditionsvereins ist die Zusage des früheren DFB-Jugendtrainers, der mit der U 19 und der U 21 Europameistertitel holte, ein Ritterschlag. Und die HSV-Fans dürfen sich neue Hoffnungen machen, dass der abgestürzte Traditionsverein bald wieder eine bessere Zukunft hat.
© Südwest Presse 01.08.2020 07:45
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy