Leichtathletik

Schwaben-Power in Braunschweig

Bei den Deutschen Meisterschaften jubeln Stefanie Dauber und Alina Reh vom SSV Ulm 1846 über Gold. Zwei Sindelfinger dominieren bei den Hürdenrennen.
  • Constantin Preis fühlt sich stark. Foto: Eibner
  • Triumphierten in der Hitzeschlacht von Braunschweig (oben, von links): Alina Reh vom SSV Ulm 1846, Antonia Kinzel vom VfL Waiblingen, sowie (unten, von links) die Ulmerin Stefanie Dauber, Carolina Krafzik und Constantin Preis (beide VfL Sindelfingen). Foto: Eibner
  • Stefanie Dauber vom SSV Ulm 1846 kühlt ihre Stirn. Foto: Eibner
  • 08.08.2020, Niedersachsen, Braunschweig: Leichtathletik, Deutsche Meisterschaft, DM, Eintracht Stadion: Kugelstossen Frauen, Alina Kenzel in Aktion. Foto: Michael Kappeler/dpa
Kurz bevor Stefanie Dauber Anlauf zu ihrem Sprung über 4,40 Meter nahm, grinste die Stabhochspringerin des SSV Ulm 1846 schon: Silber war ihr bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig schon sicher, jetzt konnte sie ihren starken Auftritt in der Mittagshitze des Eintracht-Stadions noch vergolden. Und sie tat es. Doch nicht mit der Ludwigshafener Topfavoritin Lisa Ryzih musste sich die 33-Jährige am Ende ihren ersten deutschen Meistertitel der Karriere teilen, sondern mit der Leverkusenerin Ria Möllers, die für ihre Bestleistung ebenso viele Versuche gebraucht hatte und wie Dauber später an den 4,45 scheiterte.

„Ich habe noch gar nicht ganz begriffen, dass ich gewonnen habe“, war die Wahl-Ulmerin trotz der geteilten Goldmedaille überglücklich und betonte: „Deutsche Meisterin ist Deutsche Meisterin“. Und: „Geteilte Freude ist doppelte Freude.“ Daneben hofft Stefanie Dauber, die keine Kaderathletin ist, in einer Saison mit übersichtlichem Terminkalender auf sich aufmerksam gemacht zu haben. „Vielleicht komme ich durch meine Leistung noch in ein paar Wettkämpfe rein“, sagte die deutsche Vizemeisterin von 2018 und 2019 – und versprach: „Wenn das Timing noch besser stimmt, kann es noch höher gehen.“

Kenzel stößt fast 18 Meter

Ebenfalls Premierensiegerin wurde am Samstag Alina Kenzel vom VfL Waiblingen im Kugelstoßen. Nach ihren 17,96 Metern sagte die 22-Jährige, dass die DM für sie den ersten Wettkampf der Saison bedeutete, „in dem Spannung war“. Und das beflügelte die gebürtige Konstanzerin auch gleich: „Ich war schon oft kurz davor und diesmal habe ich mich endlich durchgesetzt“, sagte Kenzel, die trotz anhaltenden Rückenproblemen klar vor der Wattenscheiderin Julia Ritter (17,47) gewonnen hatte.

Als Favorit war dagegen Constantin Preis vom VfL Sindelfingen am Sonntag ins Finale über 400 Meter Hürden gegangen. Der 22-Jährige blieb in 49,57 Sekunden allerdings knapp über seiner selbst aufgestellten Weltjahresbestzeit (49,49). Seine Teamkollegin Carolina Krafzik verteidigte ihren Titel in derselben Disziplin nach dem überraschenden Karriereende der Tübingerin Jackie Baumann, Tochter von 5000-m-Olympiasieger Dieter Baumann. Die Sindelfingerin verbesserte ihre Saisonbestleistung auf 55,89 Sekunden – und blieb damit deutlich über der deutschen Jahresbestleistung von Baumann (55,53).

Ein taktisch starkes Rennen über 1500 Meter lief Hanna Klein vom LAC Tübingen. Im Schlussspurt bewies die 5000-Meter-Meisterin von 2018 den längsten Atem und holte sich die Goldmedaille. „Ich werde jetzt erst einmal eine Wettkampfpause machen und wieder ins Training gehen“, sagte 27-Jährige.

Die geballte Schwaben-Power in Niedersachsen vervollständigte Alina Reh. Erwartungsgemäß setzte sich die Laichingerin nach dem ersten Kilometer an die Spitze des 5000-Meter-Laufs und lief von da an ein einsames Rennen. Dabei war ihre Paradestrecke über 10 000 Meter coronabedingt gar nicht im Wettkampfprogramm gelistet. Und bei immer noch 33 Grad im Schatten war bei ihrem Start am Sonntag um 18 Uhr kaum mehr möglich als die 16:08,33 Minuten.

„Die Hitze sehe ich als Chance, weil wir nächstes Jahr in Tokio wohl noch schwierigere Bedingungen haben werden. Deswegen kann man sich daran schon einmal gewöhnen“, dachte die 23-Jährige gleich wieder an die verschobenen Sommerspiele. Ihren Traum, die 15-Minuten-Marke zu knacken, muss die Läuferin des SSV Ulm 1846 bei einer anderen Gelegenheit verwirklichen.
© Südwest Presse 10.08.2020 07:45
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