Europa League macht ohne Bundesligisten weiter

Leverkusen scheidet im Viertelfinale des Finalturniers als letzter deutscher Klub aus. Inter Mailand reichen zwei schnelle Tore in einer turbulenten Anfangsphase.
  • Spannend bis zum Schluss: Leverkusens Lars Bender (rechts) und Inters Alessandro Bastoni kämpfen um den Ball. Foto: Marius Becker/dpa
Inter Mailand hat den Traum von Bayer Leverkusen vom Finale am Rhein in der Europa League beendet. Der italienische Spitzenclub besiegte den Fußball-Bundesligisten in einem packenden und abwechslungsreichen Viertelfinale am Montagabend in Düsseldorf verdient mit 2:1 (2:1) und warf das Team von Trainer Peter Bosz damit aus dem Final-Turnier in Nordrhein-Westfalen. Leverkusen hatte gegen die wuchtigen Mailänder um den glänzend aufgelegten belgischen Top-Stürmer Romelu Lukaku vor allem zu Beginn der Partie zu wenig entgegenzusetzen. Nicolò Barella in der 15. Minute und Lukaku (21.) erzielten die Tore für Inter, das nun im Halbfinale am 17. August in Düsseldorf gegen den Sieger der Partie Schachtjor Donezk gegen FC Basel klarer Favorit ist. Der nur phasenweise auffällige und international heftig umworbene Kai Havertz traf für Bayer 04 (25.).

Nach dem Leverkusener Aus wird auch dieses Jahr beim Endspiel auf der anderen Rheinseite in Köln keine deutsche Mannschaft die Europa League gewinnen. Seit der Einführung des Wettbewerbs zur Saison 2009/10 schaffte es noch kein Bundesliga-Team ins Finale. Und für Bayer endete eine Saison der verpassten Chancen. In der Liga wurde knapp die Champions League verfehlt und im DFB-Pokalfinale setzte es eine Niederlage gegen den FC Bayern.

Lukaku macht den Unterschied

Von Beginn an lieferten sich beide Klubs ein umkämpftes Duell auf hohem Niveau mit vielen Torraumszenen. Den reiferen Eindruck machte aber der italienische Vizemeister, der früh attackierte und die Bayer-Defensive vor große Probleme stellte. Vor allem Starstürmer Lukaku war kaum in den Griff zu bekommen.

Entsprechend lagen die Italiener dank Lukaku schnell mit 2:0 in Führung. Zunächst überwand Nicolo Barella per Außenrist den Leverkusener Schlussmann Hradecky, nachdem ein Schuss von Lukaku noch abgeblockt worden war (15.). Kurz darauf war es der robuste Stoßstürmer selbst, der das 2:0 aus kurzer Entfernung im Fallen erzielte (21.). Der Belgier zeigte dabei seine ganze Cleverness im Duell mit dem jungen Bayer-Verteidiger Edmond Tapsoba.

Das Konzept von Bayer war damit dahin. Vielleicht lag es am Fehlen des gelbgesperrten Charles Aránguiz, womöglich aber auch an der kurzfristigen Umstellung. Innenverteidiger Sven Bender musste das Aufwärmprogramm wegen muskulärer Probleme abbrechen und wurde durch Jonathan Tah ersetzt. Doch Bayer hatte ja noch Jungstar Havertz. Der Nationalspieler traf fast im Gegenzug mit einem wuchtigen Schuss zum Anschlusstor (25.). Ein wichtiges Lebenszeichen der Rheinländer, das zwei Minuten später fast schon wieder erloschen wäre. Denn der spanische Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande zeigte nach einem vermeintlichen Handspiel von Daley Sinkgraven auf den Elfmeterpunkt. Nach Ansicht der Videobilder nahm er den Strafstoß aber richtigerweise wieder zurück.

In der Folgezeit kamen die Leverkusener besser ins Spiel, konnten auch offensiv mal durch Moussa Diaby Akzente setzen. Doch Inters Offensive blieb brandgefährlich. Danach war es Victor Moses der Hradecky zur nächsten Parade zwang (76.). Es blieb weiter spannend, auch weil der Referee einen weiteren Inter-Elfmeter per Video-Entscheid wieder zurücknahm (90.). dpa
© Südwest Presse 11.08.2020 07:45
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