Ein kleines Rinnsal bringt große Freude

Für Eschacher Bürgerschaft wurde ein zerbrochener Trog zur Initialzündung für eine Kneippanlage.
  • Mit einem großen Fest wurde die Kneipp-Anlage im Jahr 2014 eingeweiht. Als Erste drehten die vielen ehrenamtlichen Helfer eine Runde durch das Becken. Foto: jan
  • Das pittoreske Rathaus von Eschach. Mit den Gemeinden Göggingen, Iggingen, Leinzell, Obergröningen und Schechingen bildet Eschach den Gemeindeverwaltungsverband Leintal-Frickenhofer Höhe. Foto: jan
  • Die Kneippanlage ist ein erfrischendes Kleinod. Foto: jan
  • Im Jahr 1493 wurde die evangelische Johanniskirche im spätgotischen Stil erbaut, die mit ihren vielen Kunstschätzen heute unter Denkmalschutz steht. Foto: jan

Eschach. Was macht man mit diesem zerbrochenen Trog? Eigentlich schade. Könnte man an dieser Stelle nicht etwas Neues gestalten? Zumal es einen kontinuierlichen Wasserzufluss gibt, der dann ins benachbarte Gewässer mündet? Dieser Gedanke trieb die Anlieger an der besagten Stelle um. Und plötzlich war die Idee geboren: „Wir bauen eine Kneippanlage.“ Das war 2014.

Gesagt, getan, brachten im Schnitt zehn bis 15 Helfer ihre Kraft, ihr Wissen und den Willen ein. Dazu wurden Sponsoren gefunden. Wichtig, da Eschach finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Die Gemeinde zahlte rund 3500 Euro für den Beton. Da wurde vom örtlichen Steinmetz ein Tauchbecken für die Arme gestiftet. Da sorgten Bürger unentgeltlich dafür, dass Schotter, Steine für den Belag und vieles mehr herbeigebracht wurden. Ebenso die historische Pumpe. Und er erinnert sich gern an die Wochenenden, wo viel Einsatz zum Entstehen der Kneippanlage gebracht wurde. Auch von den Frauen, die am Nachmittag immer den Grill auf einer Fläche daneben anwarfen und die Arbeiter mit Steak, Würstchen und Salaten verwöhnten. Bürgerschaftliches Engagement und Zusammenhalt in Reinkultur.

Stets frisches Wasser und zwei Rundwanderwege

Heute ist die Kneippanlage „Am Baach“ nicht mehr wegzudenken. Viele Gruppen nutzen sie zur Abkühlung. Freuen sich über das kühlende Wasser, das durch den natürlichen Zu- und Ablauf stets frisch ist. Zwei Rundwanderwege wurden zwischenzeitlich angelegt. Der eine führt durch den Wald zur Götzenmühle, hinauf zum Büttenbuch und wieder zurück zur Kneippanlage. Ganz neu ist der sogenannte Mühlenweg, der ebenfalls an der Kneippanlage startet, nach Vellbach führt und endet. Gern werden hier die Beine im Kneippbecken nach einer Wanderung abgekühlt.

Besonders schön ist die Tatsache, dass kein Vandalismus und keine Verschmutzung zu registrieren ist. Vielleicht liegt es an der sozialen Kontrolle, denn die Anlieger, die die Anlage mit eigener Muskelkraft gebaut haben, werfen natürlich einen Blick darauf. Auch für die Unterhaltung der Anlage muss die Gemeinde keinen Cent bezahlen. Ehrenamtlich wird das Becken immer wieder abgelassen, gereinigt, von Algen und Schmutz mit Schrubbern und Hochdruckreinigern befreit – und dann wieder eingelassen. Achteinhalb Stunden dauert es, bis der natürliche Wasserzufluss das Becken dann wieder gefüllt hat. Auch für das Rasenmähen rund um die Anlage kommt keine Rechnung. Vor dem Winter werden die Bänke abgebaut und verstaut. jan

© Gmünder Tagespost 14.08.2020 16:57
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