Kommentar Thomas Gotthardt zum aktuellen Modus in der Königklasse.

Neues Format, alte Leier

  • Thomas Gotthardt. Foto: Volkmar Könneke
Bei zwei von bisher drei Partien in der Champions League beim Blitzturnier in Lissabon hat sich gezeigt: Der neue Modus ohne Hin- und Rückspiel erhöht die Spannung und die Attraktivität. Nur der sensationelle 8:2-Bayern-Sieg gegen maßlos enttäuschende Spanier stemmte sich gegen den Trend, war dafür aber genauso spektakulär und von großem Offensivgeist geprägt.

Thomas Tuchels PSG drehte das Spiel gegen das immer defensiver agierende Überraschungsteam aus Bergamo in den letzten drei Minuten dank Vorwärtspower und ging als 2:1-Triumphator vom Platz. Und auch Leipzig „ruhte“ sich beim 1:1 nicht aus, konnte auch die Entscheidung nicht aufs nicht vorhandene Rückspiel schieben und erzielte den Treffer zum Halbfinal-Einzug – Offensivfußball als einzige Option. Kein Akzeptieren eines Rückstandes oder Remis, weil es noch ein zweites Spiel gibt.

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte das Format schon vor dem ersten Duell in Portugal gelobt. „Der Modus wird wie eine Bombe einschlagen. Bei zwei Spielen setzt sich aus Erfahrung eigentlich immer die bessere Mannschaft durch, in einem Spiel ist alles möglich“, sagte er.

Nun könnte der geneigte Fußball-Fan denken, dass die Uefa angesichts des Erfolges der „neuen“ Turnierform wenigstens darüber nachdenken würde, das Format beizubehalten. Aber nein, Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hat das gleich einmal ausgeschlossen, weil der Kalender das nicht zulasse. Ein schwaches Argument.
© Südwest Presse 15.08.2020 07:45
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