Grenzen der Menschlichkeit?

Zu "Gutes tun oder gutmütig sein?"" vom 10. Dezember:

Das sollen adventliche Gedanken sein? - Die Leute, die spenden wollen, davon abzubringen, ihre Spenden wirklich Not leidenden Menschen zu geben, das darf nicht Aufgabe eines Vertreters der Kirche sein. Es gebe Grenzen der Verantwortung, ab denen der Koran zuständig sei, war dort zu lesen. Bedeutet dies also, dass wir von nun an bei Naturkatastrophen nur Menschen in den Ländern helfen sollen, dessen Mehrheit der Einwohner unserer Religion angehören? (Haben die Spenden für das Tsunami-Gebiet dann nur den christlichen Touristen gegolten?) Bedeutet dies, das man darüber hinwegsehen kann, dass neben den tausenden Todesopfern, die das Erdbeben in Pakistan gefordert hat, nun hunderttausende Menschen erfrieren werden, nur weil sie in einem Land leben, in dem der Islam die vorherrschende Religion ist? Noch eine Klarstellung: Erstens in Pakistan wird kein Erdöl gefördert, und zweitens gehört Pakistan nicht zur OPEC und bekommt daher auch kein Geld über, aus den Ölpreisen erzielten Erträgen. Somit kann unsere vermeintlich großzügige Hilfe über die steigenden Ölpreise gar nicht an die notleidende pakistanische Bevölkerung weitergeleitet werden. Aber auch wenn Pakistan der OPEC angehören würde, darf uns (und auch die Kirche) dies nicht aus Gründen der Religion aus der Verantwortung entlassen, diese Menschen zu unterstützen.
Sonja Kossian, Studentin;
Ramin Torabzadeh, Student; Aalen
© Gmünder Tagespost 21.12.2005 00:00
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