Leserbeitrag von In my humble opinion

Wahlrecht: Lange und Barthle einig ( P-GT vom 28. August 2020, S. 9 )

Ach, unsere zwei MdB verkünden wieder mal eine ‚frohe Botschaft‘, nachdem ich sie in den vergangenen Jahren als Wähler gefühlt nur dann wahrnehmen konnte, wenn sie sich mit der Überbringung eines Förder- oder Bewilligungsbescheids oder einer Baufreigabe hier im Wahlkreis als Briefträger ‚verdient‘ gemacht haben, jeweils mit der Anmutung, dass ohne sie … Da frage ich mich doch, ob solche Entscheidungen nachprüfbaren Kriterien entspringen oder doch nur auf ‚Beziehungen‘ beruhen. Und da die normale Post immer noch gut funktioniert, fällt das Ausscheiden und damit die Aufgabe besagter Briefträgerfunktion in der Zukunft auch nicht weiter auf.

Nun also die Verkündigung der Geburt eines Mäusleins, nachdem der mit inzwischen 709 überfettete Bundestagsberg mehr als sieben(!) Jahre lang gekreißt hat, in der Arbeit, entweder die eigenen Pfründe ( Direktmandate ) zu erhalten oder als angeblichen Wählerwillen die Pfründe ( Ausgleichsmandate ) zu erhalten. Wenn sogar der altgediente Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble dieses ‚Ergebnis‘ jahrelanger Bemühungen mit den Worten "Das Ergebnis ist ein klein wenig besser als nichts, aber keine Lösung" und mit "Mich schmerzt, dass die Fraktionen keine Reform hinbekommen, die den Namen verdient." kommentiert, zeigt mir das, dass meine Einschätzung in dieser Hinsicht nicht allzu falsch sein kann. In diesem Sinne bewahrheitet sich der Spruch, dass man für die Trockenlegung eines ‚Sumpfes‘ nicht die Frösche fragen sollte – aber wir haben ja nicht nur gefragt, sondern sozusagen die Frösche mit der Arbeit beauftragt. Dann brauchen wir uns jetzt über das als ‚Erfolg‘ verquakte Ergebnis nicht zu wundern.

© In my humble opinion 30.08.2020 03:54
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Christine Fuchs

Unser Bundestag bläst sich nach jeder Wahl noch grösser auf. Wir haben bereits China ein- bzw. überholt. Unser Bundestag  wird sich nie selbst verkleinern. Es sind doch tolle Posten, wenig Arbeit,  selten anwesend und grosszügige Bezüge. Früher Pensionsbezug, während man daran denkt ,  das Alter der Allgemeinheit für den Rentenbezug auf 70 Jahre anzuheben. Um die Grösse des Parlamentes drastisch zu verkleinern ,  muss das Verfassungsgericht endlich ein Machtwort sprechen. 350 Abgeordnete,  die effektiv und zügig arbeiten, genügen. Jeder Arbeitgeber baut seine Belegschaft ab, nur der Bundestag explodiert. Eigentlich ist unser  Volk der Arbeitgeber unseres Bundestages und hat das Recht,  dieses Missverhältnis zu bereinigen. 

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