Eine Zusage für die Tunnellösung wird in der Gemeinde sehnsüchtig erwartet

Böbingen hatten schon die alten Römer als einen schönen Flecken Erde für sich entdeckt. Doch seit fast einem Jahrhundert durchschneidet eine Straße, die heutige B 29, die Gemeinde. Jetzt gibt es die berechtigte Hoffnung, dass dieser Zustand beendet wird.
  • An das Feuerwehrhaus rechts vom Rathaus soll eine neue Fahrzeughalle angebaut werden. Foto: ub
  • Mit einem wunderbaren Blick ins Remstal: Das neue Baugebiet „Bietwang-Nord“ ist fertiggestellt. Foto: ub
  • Die evangelische Michaelskirche in Oberböbingen ist romanischen Ursprungs. Foto: ub

Böbingen. Zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen, am Rande der Schwäbisch Alb, liegt die Gemeinde Böbingen an der Rems. Bereits vor über 1800 Jahren wurde das heutige Böbingen von den Römern besiedelt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1291 in einer Kaufurkunde des Klosters Gotteszell. Mit dem Bau der Remstalbahn 1861 erhielt Unterböbingen eine schnelle Anbindung Richtung Osten und Westen, wurde aber durch die Bahnlinie durchschnitten. Das wiederholte sich 1936/37 durch den Bau der heutigen B 29 ein weiteres Mal.

Durch die verkehrsgünstige Lage an der Bundesstraße hat sich Böbingen von einer ursprünglich landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zur lebenswerten Wohngemeinde mit aktivem Vereinsleben und Angeboten für alle Altersgruppen entwickelt. Wanderer und Radfahrer kommen auf ihre Kosten: Durch Böbingen führt der Limes-Rad- und Wanderweg, von Nord nach Süd durchquert der Schwäbisch-Fränkische-Jakobsweg die Gemeinde. Gaststätten und Beherbergungsbetriebe laden zum längeren Aufenthalt ein, bei dem unter anderem die Beiswanger Kapelle aus dem Spätbarock, die Lourdesgrotte, das Römerkastell Böbingen mit rekonstruierten Mauerresten oder der Skulpturenpfad zum Besichtigen einladen.

Tunnellösung rückt näher

Einen entscheidenden Schritt für die Entwicklung von Böbingen erwartet Bürgermeister Stempfle in diesen Tagen. Das Thema Tunnel steht auf der Prioritätenliste ganz oben und soll bald einen Schritt weitergehen. „Vom Bundesverkehrsministerium wurde eine Rückmeldung für den August zugesagt“, erzählt er. Diese stehe noch aus, man warte aber sehnsüchtig darauf. Da sich das Land Baden-Württemberg klar für die Tunnel-Lösung ausgesprochen habe, rechne man nur mit dem Besten. Auch nach Einschätzung des Aktionsbündnis Böbinger Tunnel stehen die Chancen gut, das Anliegen einer unterirdischen Trasse im Ortskern realisiert zu bekommen.

Die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Planung der B29-Trasse in Böbingen beginnt, sobald das Bundesverkehrsministerium die vom Regierungspräsidium Stuttgart ausgearbeiteten Plan-Varianten begutachtet und eine entsprechende Empfehlung abgegeben hat. „Es gibt viele Möglichkeiten, die Ortsmitte zu gestalten und die Bürger sind bei diesem Prozess mit im Boot“, sagt Jürgen Stempfle.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Ortsmitte zu gestalten und die Bürger sind bei diesem Prozess mit im Boot.

Jürgen Stempfle Bürgermeister

Weichen für die Zukunft stellen

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans für die nächsten 15 Jahre, um Weichen für die Zukunft zu stellen, kräftige Investitionen in Grundschule, Kindergärten und Straßeninstandsetzungen stehen ebenso auf der Tagesordnung der Gemeindeverwaltung oder wurden bereits getätigt.

Auch das Neubaugebiet „Bietwang-Nord“ ist fertiggestellt. Mit einem kommunalen Förderprogramm gibt es seit September 2017 die Möglichkeit, ältere Gebrauchtimmobilien durch verschiedene Förderungen zu modernisieren. „Das ist bisher gut gelaufen“, sagt Jürgen Stempfle, der mit diesem Modell das vorhandene Potenzial nutzen will, anstatt durch immer neue Baugebiete eine Zersiedlung zu fördern. ub

© Gmünder Tagespost 11.09.2020 15:32
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