Störfälle im Haus möglichst vermeiden

Immobilienbesitzer können durch Wartungsverträge rasch kompetente Hilfe erhalten.
  • Insbesondere Heizungsanlagen sollten regelmäßig gewartet werden. Jährliche Inspektionen können nämlich die Lebensdauer verlängern. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-mag
  • Ausgebildete Elektriker kontrollieren den Zustand von Sicherungen.Foto: Markus Scholz/dpa

Wenn ausgerechnet an Heiligabend die Heizung kalt bleibt oder plötzlich alle Steckdosen tot sind, dann stehen große Unannehmlichkeiten und erhebliche Reparaturkosten an. Handwerksbetriebe werben deshalb für Wartungsverträge als wirkungsvolle Vorbeugung gegen plötzliche Ausfälle der Haustechnik.

Die regelmäßige Wartung von Heizungsanlagen ist dabei wohl am meisten verbreitet. Nach einer Einschätzung der Verbraucherzentralen können jährliche Inspektionen die Lebensdauer einer Heizungsanlage tatsächlich verlängern. Zudem verbreitet eine gut gewartete Heizungsanlage weniger Emissionen und verbrennt effizienter, was wiederum die Betriebskosten senken kann.

Der beste Zeitpunkt für die Wartung der Heizungsanlage ist kurz vor Beginn der Heizsaison, sagt Udo Wirges vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Im Blick haben die Experten dabei besonders die Ölheizungen. „Aufgrund des Betriebsstoffs Öl verschmutzen sie stärker als Gasheizungen.“ Deshalb beginnt die Wartung mit einer gründlichen Reinigung und Pflege der Anlage sowie der Kontrolle der Verschleißteile. Schließlich wird die Heizung neu eingestellt und durch Messungen gewährleistet, dass alle Werte optimal sind. „Damit ist man auch bestens für die Inspektion durch den Schornsteinfeger gerüstet.“

Vertrag kann individuell gestaltet werden

Der Umfang eines Heizungswartungsvertrages ist frei gestaltbar, sagt Wirges. „Er kann nur den Brenner betreffen, aber auch den Heizkessel sowie die Leitungen und den Tank einschließen.“ Bei neuen Anlagen kann der Nachweis eines Wartungsvertrages sogar die Herstellergarantie verlängern.

Auch die elektrischen Anlagen in Gebäuden können regelmäßig überprüft werden. In gewerblich genutzten Immobilien ist das aus Gründen der Arbeitssicherheit sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Die Wartungskosten kann man sich mitunter von der Gebäude- und Hausratversicherung zurückholen. „Manche Anbieter gewährleisten Prämiennachlässe für die regelmäßige Wartung der Gebäudeelektrik“, sagt Alexander Neuhäuser vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke.

Diese mindert beispielsweise das Risiko für Brände, die durch Fehlfunktionen von elektrischen Anlagen verursacht werden. Doch damit sich Wartungsverträge tatsächlich für die Kunden rentieren, gilt es vorab einiges zu beachten, sagt Iwona Husemann von der Verbraucherzentrale NRW. „Wie bei jeder Handwerkerdienstleistung sollte man mehrere schriftliche Angebote einholen, da sich Preise und Leistungsumfang der Wartungsverträge sehr unterscheiden.“

Deshalb ist es wichtig, das individuelle Leistungsvolumen genau zu fixieren. „Zum Beispiel gibt es Vereinbarungen, die Kosten für Verschleißteile entweder ein- oder ausschließen.“ Gleiches gilt auch für die Fahrtkosten der Handwerker.

Eine häufige Komponente der Wartungsverträge sind Notdienstvereinbarungen und das Bereithalten der wichtigsten Ersatzteile. Außerdem sollte ein detailliertes Wartungsprotokoll vom Fachmann geführt werden. Das kann bei einem Versicherungsschaden unter Umständen wichtig werden. dpa

© Gmünder Tagespost 11.09.2020 15:58
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