Kommentar Carsten Muth über die Gründung der Taskforce im Fußball

Den Fans mehr Macht

  • Carsten Muth. Foto: Volkmar Könneke
Die Deutsche Fußball Liga mit Christian Seifert an der Spitze hat Wort gehalten. Sie meint es offenbar ernst mit der Neuausrichtung der zurecht in Verruf geratenen Profifußball-Branche. Die Bildung der Taskforce, der Vertreter diverser gesellschaftlicher Bereiche angehören, ist jedoch lediglich ein erster Schritt – nicht mehr und nicht weniger.

Es bleibt ein langer und komplizierter Weg – und abzuwarten, welche Empfehlungen die Experten-Gruppe abgibt, ob diese dann tatsächlich umgesetzt werden, das Ganze keine Sonntagsrede bleibt.

Der Spitzenfußball mit seiner seit Jahren ausufernden Kommerzialisierung hat ein veritables Glaubwürdigkeitsproblem. Viele fußballinteressierte Menschen fremdeln mit dem Geschäft, in dem Spielerberater und Kicker mitunter absurde Gehälter kassieren, die Schere zwischen reichen und „normalen“ Klubs immer weiter auseinander, die Spannung im Wettbewerb dabei zusehends flöten geht. Oder kann sich jemand im kommenden Jahr einen anderen deutschen Meister als den FC Bayern vorstellen?

Deshalb müssen die Zahlungsströme geändert werden. So lange die finanziellen Mittel nicht fairer unter den Profivereinen verteilt werden, ändert sich nichts. Und der DFL mag man zurufen: Gebt den Fans mehr Mitspracherechte. Schließlich bezahlen diese für Tickets, Fanartikel und Pay-TV. Sie finanzieren das System mit und verleihen dem Profifußball erst seine gesellschaftliche Bedeutung.
© Südwest Presse 17.09.2020 07:45
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