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Handwerk ist exzellent

Die Handwerkskammer Ulm erhält in den kommenden vier Jahren 4,5 Millionen Euro Fördermittel aus dem Topf „Zukunft gestalten“.
  • Freuen sich über die gute Unterstützung durch das Bundesbildungs- und Forschungsministerium für das das Konzept „Exzellenz Handwerk“: Dr. Tobias Mehlich (li.), Hauptgeschäftsführer und Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm. Foto: HWK Ulm

Ulm. Als eines von zwei Projekten in Baden-Württemberg und 17 in Deutschland fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Konzept „Exzellenz Handwerk“ der Handwerkskammer Ulm. Sie erhält in den nächsten vier Jahren bis zu 4,5 Millionen Euro aus dem Wettbewerb „Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung“.

Projektpartner sind elf Handwerksbetriebe aus den sechs Landkreisen im Kammergebiet und der Stadt Ulm – neben mehreren Hochschulen, Forschungsinstituten, kommunalen Trägern und der Arbeitsagentur. Der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Joachim Krimmer, und der Hauptgeschäftsführer, Dr. Tobias Mehlich, erklären im Interview, was es damit auf sich hat.

Was steckt hinter dem Konzept „Exzellenz Handwerk“?

Mehlich: Das Projekt „Exzellenz Handwerk“ wird die Berufsbildung für junge Menschen noch attraktiver machen. Künftig soll sich ein junger Mensch nicht schon beim Schulabschluss endgültig für einen Bildungsweg – also entweder beruflich oder akademisch – entscheiden müssen. Mehrere Wege führen zum Ziel. Leistungsnachweise sollen künftig leichter angerechnet werden können.

Was ist das Ziel des Projekts?

Krimmer: Ziel ist, dass sich junge Menschen entsprechend ihrer Fähigkeiten entwickeln und wachsen können. Sie sollen dabei das Beste aus der beruflichen Bildung und der akademischen Bildung für sich nutzen – und sich auch später noch für einen anderen Bildungsweg entscheiden können.

Was ist innovativ an „Exzellenz Handwerk“?

Mehlich: „Exzellenz Handwerk“ kombiniert Praxisnähe mit wissenschaftlichen Kompetenzen. Die Inhalte entwickeln die Projektpartner miteinander – also Hochschulen, Forschung und Handwerksbetriebe gemeinsam. Das Lernen wird neuartig gestaltet: flexibel, digital und individuell.

Exzellenz Handwerk kombiniert Praxisnähe mit wissenschaftlichen Kompetenzen.

Dr. Tobias Mehlich
Hauptgeschäftsführer HWK Ulm

Welchen Vorteil haben Jugendliche?

Mehlich: Mit dem Projekt schaffen wir verschiedene Zugänge für Karrieren im Handwerk oder eine Weiterentwicklung in akademischen Laufbahnen. Wer dann eine duale Ausbildung gemacht hat, kann in anderthalb Jahren berufsbegleitend den neuen Abschluss „Bachelor Professional“ anhängen. Der ist einem akademischen Bachelor gleichwertig. Zudem entwickeln wir die Inhalte für einen „Master Professional“.

Wie profitieren Handwerksbetriebe davon?

Krimmer: Diese neuen, flexiblen Bildungswege machen uns Handwerksbetriebe attraktiver. So können wir hoch qualifizierte Fachkräfte gewinnen und ausbilden. Die brauchen wir für die anspruchsvollen Themen der Zukunft. Damit die Angebote auch wirklich bedarfsorientiert sind, entwickeln Handwerksbetriebe die künftigen Qualifizierungsmöglichkeiten ihrer Mitarbeiter aktiv mit.

Warum werden die Handwerksberufe dadurch attraktiver?

Mehlich: Der Nachwuchs fragt nach Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierewegen. So können Fachkräfte im Handwerksbetrieb gehalten und entwickelt werden. Wir im Handwerk brauchen die Besten, sonst gelingt der Transfer von neuen Technologien in die Keller und auf die Dächer der Kunden nicht.

www.hwk-ulm.de

© Gmünder Tagespost 18.09.2020 14:54
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