Leserbeitrag von In my humble opinion

Warum sie provozieren wollen ( P-GT vom 22. September 2020, S. 9 )

>Warum sie provozieren wollen< – und ‚Provokation‘ ist ja wohl die einzige und alleinige Erklärung für die Aktion, mit dem Fahrrad durch den Gmünder Tunnel fahren zu wollen und damit den gesamten Kraftverkehr in und durch die Stadt Gmünd zu zwingen. > Sie hätten es „bisher nicht ausreichend geschafft, … [ ihr ]  Anliegen verständlich zu transportieren“ …<, ja, wie soll das auch gehen, wenn man ( bildhafter Vergleich ) die Ladung von 10 vollen 40-Tonnern in einem einzigen Lastenfahrrad transportieren will?
Dabei sind die Argumente und Fragen, mit denen Sie die ‚Provokation‘ begründen, nicht mal falsch, im Gegenteil, sie haben sowas von Recht, aber …

… aber was hat der Hinweis der Klimaschädlichkeit des Verkehrs mit dem Gmünder Tunnel zu tun?

… aber was hat der Anteil des Verkehrs von mehr als 30 Prozent zum CO2-Ausstoß damit zu tun, dass eben dieser Verkehr nicht durch den Tunnel fahren kann ( wofür dieser doch extra gebaut worden ist ), sondern durch die Stadt in den Stau?

… aber was hat der Gmünder Tunnel damit zu tun, dass in den restlichen Ausbau der B29 doch glatt 600 Millionen Euro ( abzüglich des Tunnels mit ~280 und der Mögglinger Ortsumfahrung mit ~120 ) investiert werden sollen? Fragen wir doch mal die Einwohner und Anwohner der B29 in Böbingen, was sie davon halten, dass die B29 so bleiben könnte, wie sie ist, weil wir ja ansonsten den Gmünder Tunnel als ‚Provokation‘ noch öfter sperren müssten …

… und was würden alle pendelnden Arbeitnehmer dazu sagen, wenn die B29 zwischen Aalen und Lorch  in dem Zustand wäre wie vor der Ende 2013, aber dafür mit ausgebauter Brenzbahn?

… und welche Politiker sollen >aufwachen<, wenn der Gmünder Tunnel blockiert wird, vielleicht unsere MdBs?

>Die Gefahr, mit einer solchen Provokation ihre Ziele nicht zu erreichen …<, nun wie gesagt, die Argumente und Fragen sind ja alle richtig und wichtig, es sind auch hehre Ziele, aber reicht dafür eine ‚Provokation‘ aus? Ist das nicht eher ein Klamauk, man sich dann aber ‚satt‘ zurücklegt ob der Arbeit der Organisation und des erhobenen Zeigefingers und des ‚aber ich habe es provoziert‘ und das ‚bisschen Rest‘, was nach der ‚Forderung‘ noch übrig bleibt, die Umsetzung der Forderungen in das reale Leben, sollen doch bitte schön jetzt auch mal ‚die anderen‘ machen? Denn was soll ich aus der Sperrung des Gmünder Tunnels zur Klimarettung für mein alltägliches Leben mitnehmen? Das alles ganz schrecklich ist? Das weiß ich auch so, aber ich weiß auch nicht wie ich die Probleme lösen könnte, denn dabei hilft mir auch kein Lastenfahrrad.

© In my humble opinion 23.09.2020 01:36
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