Wird der Vorgänger der Nachfolger?

Mainz 05 hat Trainer Beierlorzer entlassen. Nun könnte Sandro Schwarz wieder zurückkommen.
  • Der Rausschmiss kam nicht überraschend für Achim Beierlorzer. Foto: Thomas Frey/dpa
Nach einem Spieler-Aufstand und chaotischen Tagen hat sich der FSV Mainz 05 von Cheftrainer Achim Beierlorzer getrennt. Mit der Entscheidung hofft der Bundesligist, die Krise zu beenden, sagte Sportvorstand Rouven Schröder am Montag.

„Ich bin enttäuscht über die Entscheidung“, kommentierte Beierlorzer das Ende seines Jobs. „Nichtsdestotrotz wünsche ich Mainz 05 und der Mannschaft für den weiteren Weg alles Gute.“ Dass es zu einer Trennung kommen würde, war schon nach dem 1:4 am Samstag gegen den VfB Stuttgart absehbar – nur Beierlorzer wollte es nicht wahrhaben, behauptete, das Verhältnis zur Mannschaft sei „konstruktiv“ und „intakt“. Dabei hatte Schröder dem Coach schon vor dem Anpfiff den Schulterschluss verweigert.

In einem „sehr offenen und ehrlichen Gespräch“ habe man Beierlorzer beim Krisengipfel am Sonntag erläutert, warum man die Arbeit mit ihm nicht fortsetzen wolle, hieß es in einer Mitteilung. Allerdings hatte Vereinsboss Stefan Hofmann schon am Freitag durchblicken lassen, dass Beierlorzer wohl Teil des Problems sei und nicht unschuldig am Spielerstreik vom Mittwoch.

Assistent übernimmt

Bis auf Weiteres wird Assistent Jan-Moritz Lichte als Interimscoach fungieren. Er wird am Freitag bei der Partie bei Union Berlin auf der Bank sitzen – mit der Chance, sich als langfristige Lösung zu empfehlen. Nicht ausgeschlossen ist aber auch, dass als Nachfolger von Beierlorzer sein Vorgänger zurückkehrt: Ex-Coach Sandro Schwarz hat noch einen Vertrag bis Sommer 2022 – und die Mainzer kein Geld.

Beierlorzer hatte am 18. November 2019 den Job von Schwarz übernommen und einen Vertrag bis Juni 2022 unterschrieben. Mit ihm schafften die Mainzer den Klassenerhalt. Dass das Miteinander zwischen Trainer und Spieler schon länger gestört war, ist dem als Krisenmanager unglücklich agierenden Schröder offenbar nicht aufgefallen. dpa
© Südwest Presse 29.09.2020 07:45
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