Ostalbkreis hat ersten kritischen Wert erreicht - Landrat verschärft die Corona-Regeln

Covid 19 Der 7-Tage-Inzidenz-Wert liegt bei 35 Neuinfizierten auf 100 000 Einwohner + Beschränkungen für private Veranstaltungen und Feiern + Wieder Ausbrüche in Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen.

  • Symbolbild: Pixabay

Aalen.

Der Ostalbkreis hat am Freitag den Inzidenz-Wert von 35 Neuinfizierten in einer Woche pro 100 000 Einwohner erreicht. Der Führungskreis Corona unter der Leitung von Landrat Dr. Joachim Bläse hat nun nach umfassender Abwägung beschlossen, im Wege einer Allgemeinverfügung Beschränkungen für private Veranstaltungen und Feiern zu erlassen. Die Maßnahmen gelten schon ab diesem Samstag, 17. Oktober.

Zum Hintergrund: Landrat Dr. Bläse erläutert die Entscheidung: „Im Ostalbkreis sind die Fallzahlen stark angestiegen. Die 7-Tage-Inzidenz lag am vergangenen Freitag noch bei 14 je 100 000 Einwohner, heute haben wir die 35er-Marke erreicht. Damit besteht nicht mehr nur die Gefahr einer Ansteckung durch Personen aus den Risikogebieten, vielmehr liegt jetzt ein erhöhtes regionales Risiko vor, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren.“

Die Ursachen: Häufig seien Neuinfektionen im Ostalbkreis vor allem im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis und bei Gruppen- und Sportveranstaltungen zu verzeichnen gewesen, so die Analyse des Gesundheitsamts. Darüber hinaus gebe es bereits wieder erste Ausbrüche in Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen. Hinzu komme, dass eine Übertragung des Virus in Innenräumen wahrscheinlicher sei als im Freien. „Aufgrund der äußerst dynamischen Entwicklung sehe ich die Notwendigkeit, weitergehende kontaktreduzierende Maßnahmen verbindlich festzulegen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und Infektionsketten zu unterbrechen. Auch müssen wir besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen schützen und die Gesundheitsversorgung für die gesamte Bevölkerung aufrecht erhalten“, erklärt der Landrat.

Im Einzelnen gilt ab dem morgigen Samstag folgendes:

1 Die Durchführung von privaten Veranstaltungen in öffentlichen, angemieteten oder sonst zur Verfügung gestellten Räumen, etwa Restaurants, Eventlocations, Vereinsheimen oder Gemeindehäusern ist nur zulässig, wenn an ihnen nicht mehr als 50 Personen teilnehmen, es sei denn, es liegt ein mit der zuständigen Ortspolizeibehörde abgestimmtes Hygienekonzept vor. In diesem Fall können private Veranstaltungen von bis zu 100 Personen zugelassen werden. Bei der Bemessung der Teilnehmerzahl bleiben Beschäftigte und sonstige Mitwirkende außer Betracht.

2 Die Durchführung von privaten Veranstaltungen in privaten Räumen ist nur zulässig, wenn an ihnen nicht mehr als 25 Personen teilnehmen.

3 Ausgenommen von den Regelungen in Ziffer 1 und Ziffer 2 sind private Veranstaltungen, wenn die teilnehmenden Personen ausschließlich in gerader Linie verwandt sind, Geschwister und deren Nachkommen sind oder dem eigenen Haushalt angehören, einschließlich deren Ehegatten, Lebenspartnerinnen oder Lebenspartnern oder Partnerinnen oder Partnern.

Die Folgen: Wer gegen die Allgemeinverfügung verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 25 000 Euro geahndet werden kann.
Sobald die 7-Tages-Inzidenz von 35 an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wird, treten die Regelungen wieder außer Kraft.

Die Landkreisverwaltung wird die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit auf ihrer Homepage und ihren sozialen Medien sowie über Presse und Rundfunk informieren.

Der Appell: „Lassen Sie uns gemeinsam durch das Einhalten der Abstands- und Hygienevorschriften und das konsequente Tragen eines Mund-Nase-Schutzes daran arbeiten, dass sich die Zahl der Neuinfektionen wieder deutlich reduziert. Nur dann lassen sich noch weitergehende Beschränkungen vermeiden“, appelliert der Landrat abschließend an alle Bürgerinnen und Bürger des Ostalbkreises.

Parler-Gymnasium Schwäbisch Gmünd: ein Mitglied der Kursstufe 2 wurde positiv getestet. In der Folge sind nun 20 Schülerinnen und Schüler als Kontaktperson ersten Grades in Quarantäne.
Franz-von-Assisi-Schule Waldstetten: eine Lehrkraft wurde positiv auf das Corona-Virus getestet, 102 Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 5, 6, 7 und 8 sowie mindestens zwei Lehrkräfte sind als Kontaktpersonen ersten Grades in Quarantäne. Ein Mitglied der einer 10. Klasse wurde ebenfalls positiv auf Corona getestet, 24 weitere Schülerinnen und Schüler der Klasse sind in Quarantäne. Wobei zwei der in Quarantäne befindlichen Schüler der Klassenstufen 7 und 8 positiv auf Corona getestet wurden.


Der Rems-Murr-Kreis hat am 14. Oktober den Schwellenwert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in der Woche überschritten („gelbe Ampel“). Am 16. Oktober liegt die 7-Tages-Inzidenz bei 47 – kurz vor der Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass die Schwelle zur roten Corona-Ampel am Wochenende überschritten wird. Damit wäre der Rems-Murr-Kreis dann – ähnlich wie die Landeshauptstadt und einige Nachbarlandkreise – ein Risikogebiet.

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© Gmünder Tagespost 16.10.2020 18:20
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