Kommentar Manuela Harant zur Corona-Lage im Sport

Lockdown droht

  • Manuela Harant. Foto: Volkmar Könneke
Hier ein Geisterspiel, da eine Absage, dort ein Team in Quarantäne. Man braucht gar nicht auf die aktuellen Corona-Fallzahlen schauen, um zu merken: Wir befinden uns in einer neuen Hochphase der Pandemie, und sie trifft den Sport erneut mit voller Wucht – zu einem Zeitpunkt, wo es nach der vermeintlichen „Corona-Ruhe“ im Sommer endlich wieder losgehen sollte in allen Disziplinen. Doch vom Fußball bis zum Skifahren herrscht Verunsicherung angesichts der Lage, die sich in den vergangenen zwei Wochen drastisch verschärft hat.

Im Vergleich zu März ist zwar einiges anders. Die Zuschauer, die vereinzelt noch zu den Wettkämpfen kommen dürfen, halten sich an die AHA-Regeln. Ausgeklügelte Hygiene-Konzepte der Vereine sollen dafür sorgen, dass die Ansteckungswahrscheinlichkeit minimiert und die Kontaktverfolgung gewährleistet ist. Doch all das ist hinfällig, wenn die Zahlen so in die Höhe schnellen, dass trotz aller Maßnahmen Ansteckungen wahrscheinlich und die Corona-Kontakte drei- bis vierstellig werden. Das kann kein Gesundheitsamt mehr kontrollieren. Zumal inzwischen die Gefahr droht, dass eine zu hohe Zahl an infizierten Spielern und Betreuern per Quarantäne den Betrieb lahmlegt.

Dabei war die Vorsicht der Zuschauer in den vergangenen Wochen so groß, dass selbst die limitierten Kontingente nicht mehr überall ausgeschöpft wurden. Insofern wird es wohl bald auf Lockdown-ähnliche Zustände im Sport hinauslaufen. Denn Leistungssport nur der Ertüchtigung wegen ist auf Sicht weder rentabel noch sinnvoll.
© Südwest Presse 17.10.2020 07:45
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