Rems-Murr-Kreis wird zum Corona-Risikogebiet

Der Rems-Murr-Kreis hat die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der Woche überschritten.

  • Symbolbild:Pixabay

Rems-Murr-Kreis. Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Rems-Murr-Kreis hat mit 57 am Freitagabend den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen überschritten. Daher gilt er nun als einer der letzten Kreise der Region Stuttgart als Risikogebiet, teilt das Landratsamt mit. Dessen erweiterter Krisenstab hat am Samstag beschlossen, dass der Rems-Murr-Kreis von Bund und Ländern vereinbarte Einschränkungen per Allgemeinverfügung erlässt. 
Die konkreten Regelungen:

Feierlichkeiten im öffentlichen und privaten Raum sind auf maximal zehn Personen beschränkt; diese Anzahl darf überschritten werden, sofern Personen aus maximal zwei Haushalten zusammenkommen. Dies gilt ab Sonntag, 5 Uhr. 
Öffentliche Veranstaltungen werden auf 100 Teilnehmer begrenzt, ausgenommen sind zum Beispiel Gemeinderats- und Kreistagssitzungen. 
Mund-Nasen-Schutz muss im öffentlichen Raum getragen werden, wenn ein Abstand von 1,5 Metern nicht möglich ist, etwa in belebten Einkaufsstraßen oder in Warteschlangen. Auf Messen und Märkten herrscht durchgängig Maskenpflicht. 
Sperrstunde für Gastronomiebetriebe ist um 23 Uhr, dann darf kein Alkohol verkauft werden. 
Im Klassenzimmer gilt für Schüler ab der 5. Klasse ab Montag eine Maskenpflicht, das hatte das Kultusministerium bereits am Freitag bekanntgegeben.

„Wir wissen, dass dies ein harter Schlag für die Gastronomie und für Familienfeiern ist – vor allem, weil es so kurzfristig kommen muss“, betont Landrat Dr. Richard Sigel. Am Wochenende feiern viele Familien im Landkreis Konfirmation – die bereits vom Frühjahr in den Herbst verschoben wurde. „Solche Einschränkungen schmerzen, dessen bin ich mir bewusst“, sagt der Landrat. „Gleichzeitig gilt es nun, die Pandemie rasch einzudämmen.“

Sigel betont, das Landratsamt hätte „gerne frühzeitiger und klarer informiert.“ Allerdings haben die Abstimmungen nach der Ministerpräsidentenkonferenz Zeit gebraucht „und wir haben erst am Freitagabend den Erlass zur Umsetzung vom Sozialministerium erhalten“. In dieser zweiten Corona-Welle „brauchen wir das Verständnis und die Ausdauer der Menschen im Rems-Murr-Kreis“, betont Sigel. Deshalb sei es wünschenswert gewesen, wenn es an der kommunalen Basis früher klare Regelungen gegeben hätte, „um eine rechtzeitige Kommunikation sicherzustellen“.

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© Gmünder Tagespost 17.10.2020 13:44
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