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Zum Artikel „Schätteretrasse: So geht es weiter“ vom 17. Oktober

Das Bild ist typisch: Radfahrer auf Fußweg, dicht hinter dem Schild mit Mutter und Kind, Fahrt aufnehmend im Parcours um Hindernisse – sprich Fußgänger – herum. Sie jonglieren ihre Räder an den äußersten Wegrand, vielleicht drückt sie doch ein wenig das schlechte Gewissen von wegen Fußweg. Aber ihre Gedanken könnten auch anders klingen: „Schöner Asphalt, da rollt es prima! Nur diese fußkranken, langsamen Gestalten vermiesen uns den Spaß.“

Auch der Rentner mit Gehstock genießt die ebene Fläche ohne Stolpersteinchen: „Hier geht sich‘s gut, und ich darf auch ein bisschen hin und her wackeln, weil ja nur Fußgänger da sind. Was aber, wenn die Radler hier rasen dürfen? Da wird´s wohl aus sein mit der Beschaulichkeit, denn wenn die klingeln, dann muss ich mich in Sicherheit bringen. Und dann will die Stadt den schönen Asphalt weg machen, damit die Radfahrer mehr Platz haben? Was ist denn das für ein Schildbürgerstreich: Einen schönen Weg abbauen für viel Geld!

Da muss ich mir wohl einen anderen Weg suchen, wo ich bequem laufen kann. Und erst recht mein Nachbar mit seinem Rollator, der meidet jeden Schotterweg.

Durch diese enge Gasse wird er kommen … nein: Hinter der engen Gasse nach dem Viadukt wird er kommen, der wasserdurchlässige steinige Weg. Da muss ich umkehren, denn dort geht sich's nicht mehr so leicht.“ Was denken sich wohl die Radfahrer ein Stück weiter am verschlossenen Tunnel? „Ärgerlich, den schmalen Steg hinauf, wir probieren's ohne Absteigen! Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir die Tunneldurchfahrt auch durchsetzen, koste es, was es wolle. Fledermäuse sollen da drin sein? Denen tun wir doch nichts!“ Und was meint die Fledermaus: „Mit uns'rer Ruh' ist's aus, Menschengraus!“

© Gmünder Tagespost 19.10.2020 15:07
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Kommentare

Ventilator

Die Radfahrer brauchen doch dringend einen Verkehrsweg auf‘s Härtsfeld und zurück,egal zu welchem Preis. Sollen doch die Alten im Stadtgarten bzw. im Rohrwang spazieren gehen oder gleich zu Hause bleiben,sie haben in ihrem Leben ja schon genug schöne Landschaft gesehen. Hier wurde wieder mal ein großes Tabu gebrochen.

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