Kräftiger Dämpfer zum Auftakt für Borussia Dortmund

Das Team von Trainer Lucien Favre muss sich bei Lazio Rom im ersten Gruppenspiel mit 1:3 geschlagen geben. Ex-BVB-Profi Ciro Immobile trumpft groß aus.
  • Die Dortmunder mit Abwehrchef Mats Hummels standen beim Start der Champions League gegen Lazio Rom (rechts Francesco Acerli) auf verlorenem Posten. Foto: Cesar Luis de Luca/dpa
Eiskalte Rache: Der einstige Transferflop Ciro Immobile hat Borussia Dortmund beim Albtraumstart in die Champions League mit fünfjähriger Verspätung schmerzhaft heimgesucht. Der beim BVB gescheiterte Stürmer von Lazio Rom erzielte im Auftaktspiel am Dienstag beim 1:3 (0:2) der Dortmunder das erste Tor, bereitete das dritte vor und versetzte die extrem schwache Abwehr auch sonst in Angst und Schrecken. Der BVB ist in der Gruppe F Letzter und steht nun bereits unter großem Druck.

Immobile (6.), inzwischen dreimaliger Torschützenkönig der Serie A und für Lazio unverzichtbar, nutzte früh einen fatalen Abwehrfehler. Dann gewann Luiz Felipe nach einem Eckball das Kopfballduell gegen Lukasz Piszczek, BVB-Torhüter Marwin Hitz war noch mit der rechten Hand dran (23.) – das als Eigentor zu werten, war hart. Erling Haaland (71.) traf zum Anschluss, Jean-Daniel Akpa-Akpro (76.) zum Endstand. Die Dortmunder Defensive war ein Torso.

Dabei war das „leichte Problem“, das Trainer Lucien Favre in der Abwehr angesichts von Sperren, Erkrankungen und Verletzungen sehr beschönigend ausgemacht hatte, durch Piszczeks Rückkehr auf rechts zumindest etwas gelindert. In der löchrigen Dreierkette half neben Mats Hummels wieder Thomas Delaney aus.

Möglicherweise bahnt sich beim BVB zudem ein Torwartwechsel an. Zwischen den Pfosten stand wie im Pokal und zuletzt auch in der Liga Hitz, Roman Bürki saß auf der Bank. Favre wollte sich bei Sky dazu nicht näher äußern.

Vor 1000 Zuschauern konnten weder Hitz noch der zu spät eingreifende Delaney den frühen Rückstand verhindern – ausgerechnet durch Immobile, der den Ball nach einem Fehlpass von Thomas Meunier aus sieben Metern mit links ins Tor chippte. 2014/15 hatte Immobile eine Saison mit sehr mäßigem Erfolg für Dortmund gespielt. Er fühlte sich von den Kollegen ignoriert.

Am Dienstag hatte er große Lust, sich zu revanchieren. Der 30-Jährige startete auch nach seinem fünften Champions-League-Tor (die ersten vier waren für Dortmund) immer wieder in die Tiefe: Einmal parierte Hitz (14.), dann blockte Piszczek in höchster Not (15.) wie später nochmals gegen Luiz Felipe (36.).

Der BVB machte den in der Liga schwächelnden Gegner stark und hatte offensiv selbst enorme Schwierigkeiten, die Lazio-Ketten zu überspielen. Meunier hätte aber nach guter Vorlage von Haaland den Anschlusstreffer erzielen müssen (29.).

Haaland bringt mehr Schwung

Favre redete zur Pause engagiert auf seine Mannschaft ein, Gio Reyna ersetzte den Champions-League-Debütanten Jude Bellingham. Das brachte etwas mehr Schwung – Haaland scheiterte mit einem Flachschuss an Torhüter Thomas Strakosha (50.). Häufig aber verloren die Dortmunder zu schnell den Ball, Ideen fehlten. Auf das technisch starke Mittelfeld der Römer wurde deutlich zu wenig Druck ausgeübt. Die erste Dortmunder Druckphase führte zum Anschlusstreffer, fünf Minuten später aber stand es 1:3.

Für den BVB geht es Schlag auf Schlag weiter. Am Samstag (18.30 Uhr/Sky) kommt Schalke 04 zum Bundesliga-Revierderby, vier Tage später ist in der Champions League Zenit St. Petersburg zu Gast. sid
© Südwest Presse 21.10.2020 07:45
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