Nach bärenstarkem Beginn verpufft der Schwung

Der VfB Stuttgart kommt nicht über ein 1:1 gegen den 1. FC Köln hinaus. Orel Mangala trifft bereits nach 24 Sekunden.
  • Viele packende Zweikämpfe lieferten sich am Freitagabend die Spieler des VfB Stuttgart (links, Daniel Didavi) und des 1. FC Köln (hier mir Ellyes Skhiri). Am Ende stand ein 1:1. Foto: dpa
Was war das für ein Start des VfB Stuttgart am Freitagabend im Heimspiel gegen den 1. FC Köln! Gerade einmal 24 Sekunden benötigte der Bundesliga-Aufsteiger, um in Führung zu gehen. Die Gäste hatten den Ball nicht ein einziges Mal berührt, da lag er auch schon in ihrem Kasten. Nach einer schönen Ballstafette über Gonzalo Castro, Daniel Didavi und Sasa Kalajdzic vollendete Orel Mangala aus 16 Metern ebenso ansehnlich. Der VfB wollte sofort nachlegen, während die Kölner wie ein angeschlagener Boxer durch den Ring taumelten. Nach drei Minuten schoss Didavi den Ball an die Latte. Das hätte schon das 2:0 sein können. So oder so: Es war ein bärenstarker Beginn der Gastgeber.

FC-Trainer Markus Gisdol sah dem regungslosen Treiben seines Teams nicht lange zu. Er wechselte schon nach gut einer viertel Stunde aus, brachte Mittelfeldmann Dimitrios Limnios für Abwehrmann Kingsley Ehizibue. Das zeigte durchaus Wirkung. Köln wurde sicherer, kam ins Spiel – und mit dankbarer Unterstützung des VfB zum Ausgleich. Abwehrchef Atakan Karazor unterlief ein plumpes Foulspiel im eigenen Strafraum. Elfmeter für Köln, den Sebastian Andersson, Neuzugang von Union Berlin, sicher zum 1:1 verwandelte (23.).

Fortan entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit einigen Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Es blieb aber beim 1:1 bis zur Pause.

Nach Wiederanpfiff waren die Kölner in der unterhaltsamen, weil abwechslungsreichen und temporeichen Begegnung näher dran am zweiten Treffer. Sturmspitze Andersson kam völlig frei und aus kurzer Entfernung zum Schuss. VfB-Keeper Gregor Kobel, seit Wochen in guter Form, behielt die Nerven und rettete glänzend (49.). Dann verfehlte Elvis Rexhbecaj das Stuttgarter Tor nur knapp (60.).

Nun reagierte VfB-Coach Pellegrino Matarazzo. Er nahm einen Doppelwechsel vor, brachte die wiedergenesene Sturmhoffnung Nicolas Gonzales (für Tanguy Coulibaly) und Mittelfeldakteur Roberto Massimo (für Silas Wamangituka). Die Gäste aus dem Rheinland aber waren nun längst voll drin in der Partie. Sie stellten die Räume für die angreifenden Stuttgarter gut zu, blieben im Spiel nach vorne ein ernstzunehmender Gegner. Von der Verunsicherung der Anfangsphase war nichts mehr zu spüren.

Auf der anderen Seite versuchten Daniel Didavi, Wataru Endo und Gonzalo Castro unermüdlich, das VfB-Spiel anzukurbeln. Doch allzu viel wollte dabei nicht herausspringen. Die Aktionen der zumeist feldüberlegenen Stuttgarter wirkten zu kontrolliert, zu vorsichtig, um den Gegner in Verlegenheit zu bringen. Trainer Matarazzo wechselte noch zwei weitere Male aus. Die Kölner Abwehr wackelte jedoch nicht.

Köln seit 15 Spielen sieglos

Es blieb am Ende beim leistungsgerechten Remis im leeren Stadion. Die Kölner holten ihren zweiten Punkt in dieser Runde. Sie warten allerdings nun saisonübergreifend seit sage und schreibe 15 Spielen auf einen Sieg. Der VfB hat jetzt acht Zähler auf seinem Konto, ist in dieser Spielzeit noch ohne Heimsieg. „Wir haben sehr gut angetan angefangen. Schade, dass mein Schuss nicht reingeht“, sagte VfB-Regisseur Didavi auf DAZN. „Wenn wir das 2:0 machen, gewinnen wir. Wir sind aber nicht unzufrieden. Wir sind ja nicht Bayern München.“
© Südwest Presse 24.10.2020 07:45
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