Zeitumstellung hat Auswirkungen auf Familien

Eine Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse zeigt, dass es nach der Zeitumstellung in Familien zu mehr Streit kommt

  • Symbolfoto: KKH

Aalen. In der kommenden Nacht, von Samstag auf Sonntag, werden die Uhren wieder um eine Stunde auf Winterzeit zurückgestellt. Auch wenn praktisch eine Stunde mehr zur Verfügung steht, wirbelt der Wechsel den Alltag kräftig durcheinander. „Kinder und Eltern müssen sich wieder an neue Schlafens- und Aufstehzeiten gewöhnen. Kein Wunder, dass dann in manchen Familien Zoff beim Zubettgehen oder am Frühstückstisch vorprogrammiert ist“, sagt Thomas Hilmer vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Aalen. Über die Ergebnisse einer Umfrage informiert die KKH in einer Pressemitteilung.

Diese Woche befragten wir Aalener Passanten zum Thema Zeitumstellung: Was haben Sie mit der Stunde mehr vor? Und finden Sie eine Abschaffung der Zeitumstellung realistisch?

Schlafprobleme bei Kindern

Dass vor allem Kinder mit der Umstellung Probleme haben, bestätigen zwei forsa-Umfragen im Auftrag der KKH. Demnach beobachtete im vergangenen Jahr mehr als jede zweite Mutter negative Auswirkungen bei ihren Kindern unter zwölf Jahren: 57 Prozent von ihnen äußerten Einschlafprobleme ihrer Kinder. 46 Prozent sagten, dass der Nachwuchs nur schwer aus den Federn komme, und 35 Prozent empfanden ihre Kinder tagsüber als gereizter oder müder als gewöhnlich. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Zahlen sogar gestiegen. Im Jahr 2016 äußerten jeweils nur 38 Prozent der Mütter diese Auswirkungen hinsichtlich des Einschlafens und Aufstehens. Auch die Gereiztheit der Kinder wurde von weniger Müttern (22 Prozent) genannt.

Vor allem Frauen von den Auswirkungen betroffen

Doch nicht nur auf den kindlichen Organismus hat die Zeitumstellung Auswirkungen. Auch der Biorhythmus von manch Erwachsenem gerät durcheinander, vor allem bei Frauen. Im vergangenen Jahr berichtete knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass sich der Dreh an der Uhr bei ihnen spürbar bemerkbar mache, sei es durch Müdigkeit (30 Prozent) oder Gereiztheit (21 Prozent). Einige der Befragten berichteten auch von Ein- oder Durchschlafproblemen. „Die Betroffenen dürften deshalb häufiger zur Fernbedienung oder zum Handy greifen. Denn durch Fernsehprogramme zappen, mit dem Handy daddeln oder in einem Buch lesen – das sind laut unserer Umfrage für die Mehrheit die besten Strategien, sich bei Schlafproblemen abzulenken“, sagt Thomas Hilmer. 

Abschaffung der Zeitumstellung

Im nächsten Jahr soll die Zeitumstellung eigentlich abgeschafft werden, so hat es das europäische Parlament im März 2019 beschlossen. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer, die Auswirkungen der Zeitumstellung spüren, erwarten dadurch Verbesserungen für ihr eigenes Wohlbefinden. Bislang gibt es allerdings noch keine konkreteren Pläne. So haben die Länder beispielsweise noch nicht festgelegt, ob sie die Sommer- oder Winterzeit behalten möchten. 

 

© Gmünder Tagespost 24.10.2020 11:27
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Kommentare

Weber

Paul Hafner schrieb am 25.10.2020 um 10:56

Hallo Herr Weber, Ihre persönlichen Präferenz war in unserer Demokratie leider nicht mehrheitsfähig.

Sicher, ich darf doch aber meine persönliche Präferenz kundtun, oder?

Und ich darf doch meine Meinung äußern, dass die Abschaffung der Umstellung mit Einführung der dauerhaften Sommerzeit in Europa - auch wenn die Mehrheit der deutschen das wollen würde - in Europa nicht Mehrheitsfähig wäre. Also bliebe nur die Abschaffung der Umstellung mit dauehafter "Winterzeit". Und jetz bhaupte ich einfach, dass wer im Sommer darüber nachdenkt, die Winterzeit dann auch nicht haben will. Ergo: 2x im Jahr Umstellen ist ein guter Kompromiss.

Paul Hafner

Weber schrieb am 25.10.2020 um 09:35

......

Ich selber schätze es sehr, dass es im Sommer länger hell ist und im Winter morgens früher hell wird und wünsche mir deshalb des weiter die Umstellungen.

Hallo Herr Weber, Ihre persönlichen Präferenz war in unserer Demokratie leider nicht mehrheitsfähig.

Weber

Paul Hafner schrieb am 24.10.2020 um 16:18

Die Abschaffung der Zeitumstellung ist längst überfällig.
Die Frage ob künftig Sommer- oder Winterzeit gelten soll ist überflüssig! Es gibt eine klare Einteilung der Erde in Zeitzonen. 

Ja, Herr Hafner, die Einteilung der Zeitzonen würde bei Abschaffung der Umstellung dazu führen, dass wir dauerhaft die Normalzeit / Winterzeit hätten weil es ansonsten im Westen Europas im Sommer morgrns eine Stunde länger dunkel wäre.

Demnach müsste eigentlich je weiter westlich die Menschen wohnen auch mehr für die Sommerzeit sein.

Ich selber schätze es sehr, dass es im Sommer länger hell ist und im Winter morgens früher hell wird und wünsche mir deshalb des weiter die Umstellungen.

In my humble opinion

Es gibt KEINE Winterzeit, es gibt nur die Normalzeit = MEZ = GMT+1 und es gibt die Sommerzeit = MESZ = GMT+2. Die Zeitzonen und damit die innerhalb einer Zeitzone einheitliche Zeit wurden aus pragmatischen Gründen zu Beginn der Eisenbahnära geschaffen. Solange die mittlere Transportgeschwindigkeit die Schrittgeschwindigkeit oder der Trab der Kutschpferde war, konnte sich jede Region ihre eigene Sonnenzeit leisten, die Unterschiede fielen kaum auf. Die Zeitzonen wurden praktisch festgelegt, als Bereiche mit 1 Stunde Zeitunterschied, weil 360° Erdumdrehung in 24 Stunden gerade 15° pro Stunde bedeutet. Zur damaligen Zeit wurde der Nullmeridian durch Greenwich gelegt und 15° östlicher Länge ( Bezugslängengrad für MEZ ) läuft beispielsweise durch Görlitz. Schaut man auf eine Deutschlandkarte von 1894, so sieht man, dass diese Einteilung das gesamte damalige Staatsgebiet Deutschlands umfasst, also logisch ist. Folgerichtig hatte Frankreich damals auch die Westeuropäische Zeit = WEZ = GMT+0 ( wie Groß Britannien ). Die Sommerzeit MESZ bezieht sich mit GMT+2 auf den Längengrad, der für die OEZ die Bezugslinie ist, die in etwa durch St. Petersburg – Odessa – Antalya verläuft. Mit dieser 15°-Einteilung hat eine Zeitzone eine ‚Breite‘ von +/- 30 Minuten, am östlichen Rand steht die Sonne bei 11:30 Uhr am höchsten, am westlichen Rand bei 12:30 Uhr. Man muss nur noch dazu wissen, dass durch die elliptische Erdbahn und die Lage der Erdachse die Sonnenzeit ( Höchststand der Sonne ) für jeden Ort im Jahr sowieso um etwa +/- 15 Minuten von der Atomzeit = Funkuhrzeit abweicht. Schaut man nun nicht nur auf den deutschen Nabel, sondern mal europäisch, so stellt man fest, dass die ‚MEZ‘ sich eigentlich nicht auf 15° ö.L. beziehen sollte, sondern auf etwa 7° 30‘ ö.L. beziehen müsste, in etwa die Linie Köln – Bern – Marseille und damit im Grunde eine GMT+1/2 wäre.

Paul Hafner

Die Abschaffung der Zeitumstellung ist längst überfällig.
Die Frage ob künftig Sommer- oder Winterzeit gelten soll ist überflüssig! Es gibt eine klare Einteilung der Erde in Zeitzonen. 

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