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Wie Sankt Martin zum Gänsebraten kam

Für Feinschmecker hat der Herbst viel zu bieten. Vielerorts freut man sich schon auf die Tradition des Gänsebratens zu St. Martin, der einer Legende zufolge an den Bischof von Tours aus dem 4. Jahrhundert erinnern soll.
  • Klassiker der Gänsebraten: Knusprig mit Blaukraut und Knödel. Foto: adobe stock/Heino Pattschull

Regional und saisonal heißen die Zauberwörter, wenn man sich gesund und ökologisch vertretbar ernähren möchte. Mit Wildbret direkt von der Ostalb hat man beides. Und für Wild ist genau jetzt die richtige Jahreszeit. Die Wildtiere haben ein Leben lang in der Natur gelebt, ohne Medikamente oder Wachstumshormone und ohne Transport zum Schlachthaus.

Heimisches Wildbret sorgt an kalten Herbst- und Wintertagen für wohligen Genuss. Es ist reich an Vitamin B sowie Mineralstoffen wie Zink und Eisen und liefert wichtige Omega-3-Fettsäuren.

Die Legende von St. Martin

Jetzt ist aber auch die Zeit für einen leckeren Gänsebraten, wie er rund um St. Martin am 11. November in vielen guten Restaurants angeboten wird. Die Martinsgans ist – zusammen mit den oft großen Laternenumzügen der Kinder – eine alte Tradition am Martinstag.

Warum es gerade eine Gans ist, die zu St. Martin so beliebt ist, dazu folgende Legende: Als der äußerst bescheiden und zurückhaltend geltende Martin von den Bürgern von Tours zum dritten Bischof ihrer Stadt gewählt wurde – was gegen den Willen des konservativen Klerus gewesen sein soll – habe er sich in einem Gänsestall versteckt, um der Wahl zu entgehen. Doch die Gänse haben ihn durch lautes Geschnatter verraten und so fanden ihn die Bürger. Seitdem müssen die Gänse dafür büßen ...

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Brauch der Martinsgans, auf dem Martinstag als Hauptzinstag basiert: Am Martinstag begann das neue Wirtschaftsjahr des Bauern, an das Gesinde wurden die Löhne bezahlt, Pachtverträge wurden geschlossen, Steuern abgeführt. Zu Martini wurde das Vieh geschlachtet, das wegen knapper Vorräte nicht den Winter hindurch gefüttert werden konnte – und dazu gehörten die Gänse. So ergab sich der Brauch, am Martinstag, vor dem großen Fasten im Advent, Gänsebraten zu essen. Früher begann die Adventszeit am 12. November mit einer sechswöchigen Fastenzeit.

© Gmünder Tagespost 28.10.2020 19:56
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